Diakonie stellt mobiles Haus für Obdachlose am Landeskirchenamt auf

"Tiny House" für Obdachlose in Hannover.

© epd-bild/Harald Koch

Jens Rannenberg vom Vorstand der Dachstiftung Diakonie, die Praäidentin des hannoverschen Landeskirchenamtes, Stephanie Springer, und der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, vor einem "Tiny House" für Obdachlose.

Diakonie stellt mobiles Haus für Obdachlose am Landeskirchenamt auf
Um Obdachlose im Winter vor der Kälte zu schützen, hat die hannoversche Dachstiftung Diakonie am Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ein kleines Haus auf Rädern aufgestellt.

Das etwa sechseinhalb Quadratmeter große Holz-Haus verfüge über eigene Strom- und Wasserversorgung und stehe ab der kommenden Woche zum Einzug bereit, sagte die Landeskirchenamts-Präsidentin Stephanie Springer am Mittwoch in Hannover. Mit dem sogenannten "Tiny House" wollten Kirche und Diakonie auch ein Zeichen für mehr privates Engagement für Obdachlose setzen.

Das Häuschen mit Bett, Kochgelegenheit und Dusche soll in den kommenden Monaten Obdachlose vor Kälte schuüzen.

Das mit Bett, Kochgelegenheit und Dusche ausgestattete Haus solle allerdings nur als Notlösung dienen und Menschen helfen, wieder eine eigene Wohnung zu beziehen, erläuterte Springer. Nach Angaben der Dachstiftung Diakonie waren im vergangenen Jahr bundesweit 860.000 Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen. In Hannover gibt es laut Hans-Joachim Lenke, dem Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, rund 4.500 wohnungslose Menschen. Schätzungen zufolge lebten zwischen 400 und 600 von ihnen auf der Straße, sagte Lenke. Für das "Tiny House" würden Sozialarbeiter demnächst einen Bewohner oder eine Bewohnerin vermitteln.

Das Haus ist auf eine Initiative der Dachstiftung Diakonie von einem Ausbildungsbetrieb des diakonischen Unternehmens gebaut worden. Es koste rund 35.000 Euro, sagte Jens Rannenberg vom Vorstand der Dachstiftung. Zwei weitere Häuser stünden bereits zur Verfügung. Er rief dazu auf, dass Privatleute oder Unternehmen ebenfalls Grundstücke für solche Unterkünfte anbieten könnten. Das Landeskirchenamt trägt den Angaben zufolge auch Strom- und Wasserkosten für das Haus in Hannover.