Steinmeier würdigt Richard Schröder vor dessen 75. Geburtstag

Steinmeier würdigt Richard Schröder vor dessen 75. Geburtstag
Der evangelische Theologe Richard Schröder ist von Vertretern aus Politik und Kirche für sein Engagement für Demokratie und Freiheit gewürdigt worden. Sein Einsatz sei zum Vorbild für viele Menschen geworden, die zur friedlichen Revolution in der DDR beigetragen haben, schrieb Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem am Sonntag veröffentlichten Glückwunschschreiben an den früheren SPD-Politiker.

Richard Schröder wird am 26. Dezember 75 Jahre alt. Der Theologe sei "eine führende Kraft in der Bürgerrechtsbewegung" gewesen und habe mit "tiefen Empfinden für Gerechtigkeit und Solidarität ein mutiges Zeugnis davon gegeben, dass Freiheit viel mehr ist als ein Wort oder ein Begriff", würdigte der Bundespräsident Schröders Wirken. Mit großem Sachverstand und Sensibilität habe er in all seinen Ämtern dazu beigetragen, "das Zusammenwachsen Deutschlands nach all den Jahren der bitteren Trennung und Entfremdung zu befördern". Seine Stellungnahmen zu Fragen von Staat und Gesellschaft hätten dazu beigetragen, die Diskussionskultur und die demokratische Verfasstheit in Deutschland zu stärken. 

Als "geradliniger Denker" wurde Schröder vom Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, gewürdigt. Schröder bereichere die Debatte durch seine Äußerungen zu komplexen gesellschaftlichen und ethischen Themen. Als theologischer Lehrer für Philosophie habe Schröder zudem eine ganze Theologengeneration geprägt und zum freien Denken herausgefordert.


Der evangelische Pfarrer und Hochschullehrer Richard Schröder war 1989 der neu gegründeten Sozialdemokratischen Partei in der DDR beigetreten. Er gehörte der letzten, frei gewählten Volkskammer an und war von April bis August 1990 Vorsitzender der SPD-Fraktion. Schröder ist Präsident der deutschen Nationalstiftung und Mitglied des Beirates der Stasi-Unterlagen-Behörde, dem er seit 1992 angehört.

2001 berief das Bundeskabinett Richard Schröder in den Nationalen Ethikrat. Von 1991 bis 1997 war er zudem Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 

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