Fernsehwochenvorschau: "Echtes Leben: Freiwillig einsam"

Fernsehwochenvorschau vom 24. bis 29. November
Bruder Otto, im Hintergrund Kloster Beuron, das er manchmal für die Messe besucht.

© BR/Sabine Barth

Der Film "Echtes Leben: Freiwillig einsam" begleitet den Weg des angehenden Eremiten, Bruder Otto. Im Hintergrund sieht man das Kloster Beuron, das er manchmal für die Messe besucht.

Das Leben als Eremit erlebt eine Renaissance. Siebzig bis achtzig Menschen im deutschsprachigen Raum haben sch für diesen Lebensweg entschieden. Es braucht Disziplin und psychische Gesundheit, um mit der Einsamkeit in einer Klause umgehen zu können. Der Film porträtiert den Weg von Bruder Otto vom Punk zum Eremiten. Die Doku läuft am 25. November um 17.30 Uhr auf ARD. Und das gibt es sonst noch im TV.

24.11., Arte, 23.40 Uhr: "Streetphilosophy: Finde Deinen Glauben!"

Wir alle sind nur winzige Punkte in einem unfassbar großen Universum. Ist das Zufall oder gibt es so etwas wie einen Schöpfergott, der die Welt nach einem Plan erschaffen hat und auf uns aufpasst? Und warum fällt manchen das Glauben so schwer und anderen nicht? Das fragt Ronja von Rönne in dieser Folge von "Streetphilosophy". Als erstes besucht sie einen Gottesdienst der Berlin Church am Potsdamer Platz: ein pompöses Show-Event im Kinosaal. Auf der Bühne: Alaina Mack, Rockstar im Namen Gottes. Wie hat sie zu ihrem Glauben gefunden? Und wie sehr geht es ihr dabei um Gemeinschaft, um das Gefühl, aufgehoben zu sein? Danach lässt sich Ronja von hypnotisieren. Muss man daran glauben, damit es funktioniert? Und kann ein guter Hypnotiseur mich alles Mögliche glauben lassen, wenn er nur will? Nicht zu glauben ist jedenfalls unmöglich, sagt Philosophin Elena Loevskaya. Selbst Atheisten haben Überzeugungen; sie glauben zum Beispiel daran, dass Gott nicht existiert. Auch in unserem Alltag begegnen wir laufend Erfindungen, die nur funktionieren, weil wir an sie glauben: Geldscheine zum Beispiel oder Verkehrsregeln. Oder Könige wie Prinz Dah Bokpe von Allada, ein Voodoo-Priester, der von seiner Berliner Autowerkstatt aus ein kleines Königreich in Westafrika regiert. "Die Menschen werden immer an mich glauben, weil sie in sich die Wahrheit fühlen", sagt er. Glaube bedeutet: Etwas erfahren, das nicht sichtbar ist. Und genau das unterscheidet Religion von Wissenschaft, sagt Astrophysiker Noam Libeskind, mit dem Ronja zu einem Spaziergang im Park Babelsberg verabredet ist.

24.11., Phoenix, 20.15 Uhr: "Paulus: Gefährliche Mission"

Paulus, der PR-Mann Christi und Globalisierer des Christentums: Aus einer kleinen jüdischen Sekte machte er eine Weltreligion. Wer war dieser Mann, der den Lauf der Welt veränderte? Gemeinsam mit Historikern, Psychologen und Archäologen begibt sich Petra Gerster auf Spurensuche. Im Zentrum der Dokumentation steht der Mensch Paulus, der rund um das Mittelmeer reist, als Zeltmacher arbeitet und dem es gelingt, Menschen vom Glauben an Christus zu überzeugen; in vielen Spielszenen wird sein Wirken veranschaulicht. Es ist die Geschichte eines Lebens, wie es abenteuerlicher kaum sein könnte. Der überzeugte Streiter für die Kirche verbringt sein Leben ständig auf Achse. Missionsarbeit war auch eine körperliche Herausforderung. 16.000 Kilometer, hauptsächlich im Raum der heutigen Türkei, im Nahen Osten und in Griechenland, legt er auf seinen Reisen zurück, einmal um den halben Erdball. Er muss Hunger und Durst, Kälte, Verfolgung und Gefahren erleiden. Spektakulär ist bereits sein Einstieg: vom Saulus zum Paulus, vom Christenverfolger an die Spitze der jungen Jesus-Bewegung. Spektakulär auch sein Ende. Um das Jahr 60 erreicht er Rom, die Hauptstadt des Reiches. Hier soll der rastlose Missionar auf Befehl von Kaiser Nero enthauptet worden sein. Gerster besucht seine wichtigsten Wirkungsstätten in Griechenland und Malta, trifft Experten und blickt auf Fakten und Legenden im Leben des großen Apostels. Kein Zweiter nimmt für die Entwicklung des frühen Christentums eine so überragende Rolle ein wie Paulus. Ihm verdankt die Kirche ihren weltweiten Erfolgszug.

24.11., Phoenix, 21.00 Uhr: "Geheimnisvolle Orte: Kölner Dom"

Die dritthöchste Kirche der Welt, das beliebteste Bauwerk Deutschlands, machtvolle Kulisse für Könige, Popstars und Demonstranten: Das alles ist der Kölner Dom. Doch der Glanz bringt auch eine Bürde mit sich, denn der Dom ist ein verletzlicher Riese. Seine Schätze haben die Stadt groß gemacht, bis heute ist er ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: 20.000 Menschen besuchen ihn pro Tag, er wird im Karneval besungen, Produkte vom Flaschenöffner bis zur Plätzchenform werden mit seiner Silhouette beworben. Ein derart machtvolles und unverkennbares Symbol wird auch als Garant für Schlagzeilen genutzt: Umweltaktivisten ketten sich am Turmgerüst fest, eine feministische Aktivistin zieht sich im Weihnachtsgottesdienst aus, Skater und Artisten nutzen die Domplatte für ihre Auftritte. Der Dom ist Kulisse für Staatsoberhäupter und Weltstars, er ist Party- und Eventzone und gerät dabei immer wieder auch in Gefahr: am augenfälligsten in der Silvesternacht 2015, aber auch ganz alltäglich durch Rowdies, Wildpinkler und Witterungsschäden. Rund 20.000 Euro verschlingt allein der Erhalt jeden Tag. Auch Einbrüche hat es immer wieder gegeben. Am spektakulärsten war der Domschatzraub 1975, von dem im Film die ehemalige Kölner Staatsanwältin Maria-Therese Mösch berichtet. Der Dom ist weit mehr als nur ein katholisches Gotteshaus. Deshalb ist er im Laufe seiner Geschichte auch immer wieder vereinnahmt worden: politisch, kommerziell, gesellschaftlich. Wie der verletzliche Riese trotzdem seine Würde bewahrt, davon erzählt diese Dokumentation.

24.11., Phoenix, 21.45 Uhr: "Der Papst und die Mafia"

Die Mafia bedient sich gerne der Bilder der katholischen Religion, um sich im öffentlichen Ansehen moralisch reinzuwaschen. Doch im Juni 2014 sagt Papst Franziskus der unheiligen Verbindung zwischen der Kirche und dem organisierten Verbrechen öffentlich den Kampf an: Er exkommuniziert die Mafiosi. Mit dem Mittel der Exkommunikation wendet er sich gegen all jene, die die Mafia-Organisationen weiterhin unterstützen: gegen die, die selbst morden und erpressen, aber auch gegen die, die sich korrumpieren lassen und den Mafia-Mitgliedern erlauben, sich in gesellschaftlich anerkannten Kreisen zu bewegen. Hierzu gehören auch Teile der katholischen Kirche. Die Exkommunikation durch den Papst kommt einem moralischen Erdbeben gleich, sowohl bei der Mafia als auch in der Kirche selbst. Der Historiker und Mafia-Experte John Dickie untersucht in dem Dokumentarfilm, wie stark der katholische Glaube in den Mafiosi verwurzelt ist und wie sehr sie ihn benutzen, um ihre Machtstrukturen zu untermauern. Nur eine Woche nach der historischen Kampfansage durch den Papst nutzte die kalabrische 'Ndrangheta in der Gemeinde Oppido Mamertina die traditionelle Prozession der Statue der Heiligen Jungfrau Maria, um sie vor dem Haus des lokalen Mafia-Bosses anhalten zu lassen, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden war. Auch wenn einzelne Priester sich der erzwungenen Symbiose mit Mafia-Organisationen wie der 'Ndrangheta oder der Cosa Nostra widersetzen und Hoffnung auf Wandel machen, stellt der Film doch die Frage, ob der Kreuzzug des Papstes gegen die Mafia wirklich gelingen kann.

25.11., ARD, 17.30 Uhr: "Echtes Leben: Freiwillig einsam"

Das Leben als Eremit erlebt eine Renaissance. Siebzig bis achtzig Menschen leben im deutschsprachigen Raum eremitisch. In Bad Abbach bei Regensburg liegt Frauenbründl. Es ist der Stammsitz der einzigen Eremitenverbrüderung in Deutschland. Eremitisch zu leben bedeutet immer, exponiert zu sein. Ein Eremit wird öffentlich wahrgenommen und hat deshalb durch seinen eigenen Lebensstil besondere Verantwortung auch für die "Kollegen". Doch ein Leben als Eremit oder Eremitin ist auch sonst anspruchsvoll. Deswegen werden Interessenten inzwischen auch in ein Noviziat in Frauenbründl aufgenommen. Es braucht Disziplin und psychische Gesundheit, um mit der Einsamkeit in einer Klause umgehen zu können. Sabine Barth beschreibt in ihrem Film den Lebensweg eines solchen Menschen: 86 Mal ist Jürgen Otto Stahl schon umgezogen. Der Kindheit und Jugend im Südschwarzwald folgen "wilde Zeiten" im Freiburg der Achtzigerjahre, in denen er sich selbst als Chaot wahrnimmt. Alkohol und Punk-Musik sind ständige Begleiter. Trotz aller Exzesse findet er dank vielfältiger Begabungen beruflich immer neue Optionen. Er ist Schriftsetzer und Buchdrucker, jobbt als Landschaftsgärtner, wird ehrenamtlicher Suchtberater und Sterbebegleiter. Die Begegnung mit einem Zen-Meister setzt den Keim für sein spirituelles Interesse. Er wird selbst Zen-Mönch in Japan, später Franziskaner in Nürnberg, dann Angehöriger des Lazarus-Ordens. Als der Orden sich auflöst, steht Bruder Otto wieder vor einem Neuanfang. Durch Zufall erfährt er von der Bayerischen Klausnervereinigung in Bad Abbach bei Regensburg. Es ist eine über 300 Jahre alte Verbindung von Männern und Frauen, die zölibatär leben, sich als "Klausner", als Eremiten verstehen und wie an einen Orden langfristig binden. In der Begegnung mit Johannes Schuster, dem "Altvater" der Eremiten, und Bruder Jacobus Karfunke, einem eremitisch lebenden Benediktiner aus dem Kloster Beuron, erfährt Bruder Otto Ermutigung für seinen eigenen spirituellen Weg. Er wird Altenpfleger, um ganz praktisch für Menschen etwas tun zu können, und sucht nach einem passenden Lebensumfeld für sich. In der St.-Anna-Kapelle in Fridingen, nah seiner alten Heimat, beginnt er in einer historischen Eremitage mit kleiner Wohnung noch einmal von vorne. Der Film begleitet den Weg des angehenden Eremiten, den Weg von Bruder Otto.

25.11., ZDF, 9.30 Uhr: "Evangelischer Gottesdienst: In Liebe erinnern"

Am Ewigkeitssonntag gedenkt die Petrigemeinde in Herford auch der vielen mittellosen Menschen, die hier seit Jahren namentlich in einem "Grabfeld der Erinnerung" kirchlich bestattet werden. Die Gemeinde sieht es als eine christliche Aufgabe an, auch diese Menschen, die sonst eher anonym beerdigt werden, würdig zu bestatten. Im Gottesdienst wird an sie in gleicher Weise erinnert wie an die anderen Menschen, die im vergangenen Jahr gestorben sind. Der Gottesdienst wird musikalisch von Tim Gärtner am Flügel und Ralf Tauz am Saxofon gestaltet. Leonie Deutschmann spielt die Orgel, Pfarrer Bodo Ries leitet den Gottesdienst und wird auch predigen.

25.11., Tagesschau24, 22.15 Uhr: "Deutschland - Heimat - Fremdes Land"

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kamen Millionen Menschen aus den einstigen Sowjetrepubliken nach Deutschland. Lange Zeit blieben die "Spätaussiedler" unauffällig. Man wollte deutsch sein, nicht als Außenseiter wahrgenommen werden und wählte CDU, die Partei Helmut Kohls, Kanzler der Einheit. Doch spätestens mit der Flüchtlingskrise hat sich das Bild gewandelt. Eine neue, hier geborene Generation definiert sich selbstbewusst über ihre russischen Wurzeln, bleibt beim Feiern und im Bekanntenkreis unter sich, während viele Ältere sich an nationalen Gruppen, insbesondere an der AfD orientieren. Sie eint die scharfe Ablehnung von Neu-Zuwanderern und liberalen Lebensentwürfen sowie das Bekenntnis zu Familie, Glaube und Heimat. Über Monate haben die Filmemacher Menschen begleitet, die mit der neuen, alten Heimat Deutschland hadern. Die Dokumentation ergründet, welche Rolle fundamentalchristliche Bewegungen und rechte Bewegungen einerseits, aber auch Nachwirkungen des Stalin-Terrors für das Selbstbild und die politischen Einstellungen der russlanddeutschen Community spielen.

25.11., ZDF info, 20.15 Uhr: "Der große Anfang – 500 Jahre Reformation"

In der dreiteiligen Dokumentation beschäftigt sich Moderator Harald Lesch mit Martin Luther und seiner Zeit voller Widersprüche, ungeahnter Zusammenhänge und Weichenstellungen, die bis heute unser Leben bestimmen: Damals wurde Amerika entdeckt, der Buchdruck erfunden, Banken gewannen an Macht, die Renaissance erreichte ihren Höhepunkt ; es war eine Zeit, in der sich der Mensch neu erfunden hat. Martin Luther findet sich unerwartet auf der großen Bühne der Weltpolitik wieder, bewundert, gefürchtet und verhasst. Denn er bringt das uralte Machtgefüge der katholischen Kirche ins Wanken und bereitet den Weg für ein neues Denken. Hinter der Reformation versammeln sich mächtige Protagonisten dieser Zeit. Für sie kommt der rebellische Mönch aus Wittenberg wie gerufen. Luther wird zur Galionsfigur der Erneuerer und zum Feindbild des Papstes. Denn die Thesen Martin Luthers vom Oktober 1517 markieren den Beginn einer Revolution, durch die sich für die Menschen viel mehr ändert als nur das Verhältnis zur Kirche. Die Dokumentation schlägt einen Bogen von der Zeit der Renaissance bis heute. Moderator Harald Lesch zeigt, wie die Folgen der Reformation unsere Welt bis heute prägen. Warum zum Beispiel gibt es in Deutschland Bundesländer? Ist es Zufall, dass es bis heute nur einen einzigen katholischen US-Präsidenten gab? Und wieso trägt der berühmte Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. den Reformator sogar in seinem Namen? Im ersten Teil der Dokumentation wandert Lesch über die Alpen - wie der junge Augustiner-Eremit Martin Luther im Jahr 1510. Der Mönch wird in einer wichtigen Ordensangelegenheit nach Rom geschickt. Unterwegs macht er Station in Florenz, damals ein Zentrum der Kreativität.
Als Luther schließlich Rom erreicht, besteht die "Ewige Stadt" halb aus antikem Schutt, halb aus entstehenden Prunkbauten. Für deren Finanzierung - vor allem für den Petersdom - ziehen die Päpste damals in großem Stil Ablasshandel auf. Das wird Luther noch später beschäftigen. Sein Orden organisiert die Ausmalung der Sixtinischen Kapelle durch Michelangelo. Waren also Martin Luther und Michelangelo zur selben Zeit in Rom? Lesch geht der Frage nach, ob Luther vielleicht doch von dem Kunstwerk beeinflusst war. Im zweiten Teile (21.00 Uhr) folgt Lesch der Spur des Geldes zu Luthers Zeiten. Welche Rolle spielen das Streben nach Reichtum, die Macht der Herrschenden, der Kirche und des Papstes? Und woher kommt der ganze Reichtum der Mächtigen? In einem heute fast vergessenen Bergwerk in Österreich stößt Lesch auf erstaunliche Zusammenhänge. Teil drei (21.45 Uhr) zeigt die Weltordnung des europäischen Mittelalters als Kartenhaus: ein ausbalanciertes Gebilde, dessen Fundament die Kirche ist, bricht unter der Kritik Luthers zusammen. Prompt nehmen an allen Ecken selbst ernannte Prediger die Rolle der Kirche ein und füllen das Vakuum.

25.11., ZDFinfo, 22.30 Uhr: "Die Inquisition"

Der Begriff Inquisition steht heute für eine der brutalsten Terrororganisationen der Geschichte. Mit ihrer Hilfe versetzten Kirche, Kaiser und Könige seit dem Hochmittelalter Europa in Angst und Schrecken. Die Reihe "Inquisition" zeigt, wie und warum religiöse Fanatiker und Psychopathen im Namen des Christentums ungestraft und mancherorts jahrhundertelang massenhaft foltern und morden konnten. Es geht um Täter und Opfer, um gnadenlose Gerichtsverfahren und grausame Strafen, kurz: um Leben und Tod. Die vierteilige Reihe startet mit einer Dokumentation über die religiöse Verfolgung in England. Sie beginnt, als Heinrich VIII. sich 1534 von der katholischen Kirche lossagt und die Church of England gründet. Viele Katholiken werden verhaftet und exekutiert. Seine Tochter Mary I. vollzieht eine schicksalhafte Wende. Während ihrer kurzen Regentschaft werden nun Protestanten wegen Ketzerei hingerichtet. Unter Elizabeth I. sind erneut die Katholiken das Ziel der Verfolgung. Die Templer wiederum gehören zu den einflussreichsten Ritterorden des Mittelalters. Ihre Macht war dem französischen König zu groß. Gnadenlos ließ er sie verfolgen, foltern und umbringen. Als willfährige Helfer erwiesen sich die Vertreter der Inquisition. Sie bezichtigten die Gotteskrieger der Ketzerei und Verderbtheit. Ähnlich lauten die Vorwürfe gegen die in Südfrankreich lebenden Katharer. Auch hier schreiten die Inquisitoren zu blutiger Tat. In den weiteren Teilen geht es unter anderem um die Ketzerverfolgung Ende des 15. Jahrhunderts in Spanien, der vor allem Juden und Moslems zum Opfer fielen.

27.11., ZDF, 22.15 Uhr: "37 Grad: Der Rest ist Glückssache"

Das Alter: eine körperlich und seelisch herausfordernde Lebensphase. Wie schafft man es, das Leben wertzuschätzen und gleichzeitig loszulassen? Was ist mit Glück und Zufriedenheit? Julia Knopp und Hanna Fischer stellen ihrem Film vier Menschen zwischen 77 und 94 Jahren, die das Alter meistern. Persönlich, verletzlich und zugleich humorvoll geben sie Einblick in ihren Alltag. Mit welcher Haltung begegnen sie dem Leben, das Einschränkungen, aber doch auch noch einige Möglichkeiten für sie bereithält? Rösli (77) und Joachim Völker (78) aus Sinsheim bei Heidelberg sind seit fast fünfzig Jahren ein Paar. Sie haben schwere, durch Krankheit geprägte Zeiten durchgestanden. Ihre Vergangenheit bezeichnet Rösli als "Krieg und Frieden", ihre Liebe beschreibt sie als ein Feuer, das anfangs hoch lodert, aber im Laufe der Zeit werden die Flammen kleiner, und im Alter ist es nur noch eine beständige Glut, die aber auch immer noch entfacht werden kann. Dem Alter versucht das Paar möglichst positiv zu begegnen. Kraft und Zuversicht hierfür schöpft es aus seinem Glauben. Hubertus Mangold (83) aus Freiburg, ehemaliger Schuldirektor, geht fast täglich joggen, fährt Mountainbike oder macht lange Wanderungen durch den Schwarzwald. Er nennt sich selbst einen Einzelgänger, obwohl er verheiratet ist. Über seine Frau sagt er nur, sie sei an einem alten Kriegsleiden erkrankt. Trotz dieses Schicksals nimmt er alles im Leben als Herausforderung an. Friedrich Kremer ist 94 Jahre alt und vor Kurzem in ein Duisburger Seniorenzentrum gezogen. Seit seine Frau vor über zehn Jahren starb, wurde ihm das gemeinsame Haus nach und nach zu einsam. Ein letztes Mal geht er durch sein Haus, in dem er zwei Drittel seines Lebens verbracht hat. Auch wenn ihn manchmal die Trauer um Verlorenes überfällt, sagt er: "Ich bin zufrieden, wie es ist."

27.11., Arte, 20.15 Uhr: "Unantastbar - Der Kampf für Menschenrechte"

Angesichts der Gräuel des Zweiten Weltkriegs wurden 1948 die vermeintlich für alle Erdenbürger gültigen Menschenrechte formuliert. Rasch zeigte sich jedoch: Die Charta repräsentierte vor allem eine westlich-abendländische Weltanschauung. Anlässlich des 70. Jahrestages der UN-Menschenrechtserklärung schildern Angela Andersen und Claus Kleber, wie es heute um diese Säule der menschlichen Zivilisation steht. Ihre globale Bestandsaufnahme wirft unbequeme Fragen auf. Sie zeigen, dass damals weder die Sitten und Wertevorstellungen der islamischen Welt noch asiatische Gesellschaftsnormen angemessen berücksichtigt wordens ind. Liegt hier vielleicht ein Schlüssel zum Verständnis aktueller Konflikte und Krisen? Welche Nachbesserungen sind nötig? Es kommen Stimmen aus vielen Teilen der Welt zu Wort; Menschen, die an der Basis arbeiten, ebenso wie solche, die die Last politischer Verantwortung kennen. Biografisch werden dabei zwei Protagonisten besonders porträtiert: die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright, die als Kind die Schrecken des Naziterrors erlebte, und Joachim Gauck. Er stritt in verschiedenen Funktionen für die Einhaltung der Menschenrechte: als Pastor in der DDR, nach der Wende als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen und schließlich sogar als Bundespräsident. Die Dokumentation belegt: Siebzig Jahre nach der UN-Deklaration ist die globale Einhaltung der Menschenrechte nach wie vor ein unerreichtes Ideal; aber eines, für das es sich zu kämpfen lohnt.

28.11., BR, 19.00 Uhr: "Stationen: Trauma und Trost"

Bei schweren Unglücksfällen, Naturkatastrophen oder Anschlägen erleben Betroffene eine psychische Ausnahmesituation, die traumatisierend wirken kann. Sie benötigen möglichst schnell Hilfe, unbürokratischen Beistand, einen Menschen, der zuhört, Trost spendet, beruhigt, gegebenenfalls in den Arm nimmt oder vielleicht auch mit ihnen betet. Diese Hilfe kommt meist von Kriseninterventionsteams, die die Rettungseinsätze begleiten oder im schlimmsten Fall auch Todesnachrichten überbringen. Doch wie ist das bei weniger spektakulären Ereignissen? Wenn das Leben durch ein Trauma schon zu Kinderzeiten aus den Fugen gerät? Wenn nach einer Trennung Wut, Trauer und Enttäuschung alle Lebensfreude nehmen? "Stationen" erzählt Geschichten von schmerzhaften Erfahrungen, aber auch von unglaublichen Rettungseinsätzen und ungeahnten Möglichkeiten einer "Ersten Hilfe für die Seele".

28.11., ARD alpha, 21.00 Uhr: "Scientology - Die neue Offensive"

Die Reportage dokumentiert die neuen Aktivitäten der umstrittenen Organisation "Scientology". Nachdem der Chef der Organisation, David Miscavige, zu einer großen Expansion aufgerufen hat, wurde im Sommer 2014 in Basel ein großes Scientology-Zentrum eröffnet. In Stuttgart besitzt die Organisation eine Immobilie, die bald ähnlichen Zwecken dienen könnte. Laut Verfassungsschutz hat Scientology in Baden-Württemberg das organisatorisch dichteste Netz in ganz Deutschland. Die Autoren berichten unter anderem aus Kirchheim unter Teck, wo sich Bürger zunehmend gegen Aktivitäten des Sektenkonzerns wehren, aus Tel Aviv (Israel) auf den Spuren eines kriminellen Mittelsmannes und aus Clearwater in Florida (USA), dem spirituellen Machtzentrum der Scientologen weltweit. Außerdem wirft der Film die Frage auf, ob Scientology überhaupt eine Glaubensgemeinschaft oder vielmehr ein Wirtschaftsunternehmen ist, welches unter dem Deckmantel der Religionsgemeinschaft seine Mitarbeiter und Mitglieder manipuliert und ausbeutet. Im Anschluss zeigt ARD alpha die Reportage die  "Die tote Scientologin" (21.45 Uhr). Die "Panorama"-Redaktion hat sie zehn Jahre nach dem rätselhaften Tod von Walburga Reichert gedreht. Der Film rekonstruiert Aufstieg und Fall der Hamburger Scientologin, die die Sekte womöglich verlassen wollte.

29.11., WDR, 22.40 Uhr: "Menschen hautnah: Zwei Familien steigen aus"

Katharina und Kolja steigen aus, raus aus dem Konsum. Zusammen mit Tochter Klara ziehen sie in ein selbstgebautes fahrbares Mini-Haus. In das neue Domizil haben sie all ihre Ersparnisse investiert, nun wollen sie mit so wenig Geld wie möglich, aber mit viel Zeit für die kleine Klara leben.
Vor allem junge Familien träumen von einem Leben ohne berufliches Hamsterrad und teure Miete. Sie wollen flexibel bleiben, sparsam wirtschaften und Zeit füreinander haben. Auch Alina und Flo haben ihren Traum verwirklicht und wohnen mit ihren beiden Töchtern in einer Jurte. Das große Rundzelt mit Ofen ist ihre Heimat - an den verschiedensten Plätzen Deutschlands. Doch ein längeres Leben als "Konsum-Aussteiger" mit Kindern kann hürdenreich werden. Autor Patrick Stijfhals hat beide Familien über drei Jahre immer wieder besucht und dabei auch die Schattenseiten dokumentiert: "Wir waren damals naiv", sagt Katharina heute, die zeitweise mit ihrer Familie das Tiny House verlassen musste: "Wir haben gedacht, es gibt so viele grüne Flächen und da stellen wir uns einfach irgendwo hin". Alina und Flo machen ähnliche Erfahrungen und müssen ihre Jurte immer wieder abschlagen und ihre Ideen auf den Prüfstand stellen. Der Film fragt, ob die beiden Familien herausfinden, was sie zum Leben brauchen und ob es ihnen wirklich auf Dauer gelingt, mit wenig Geld mehr Zeit und Freiheit zu gewinnen.

29.11., WDR, 23.25 Uhr: "Menschen hautnah: Der Traum vom neuen Leben"

Einfach alles hinschmeißen und endlich das tun, was man immer schon wollte: Viele kennen diesen Gedanken. Doch nur wenige trauen sich, ihr Leben tatsächlich über den Haufen zu werfen und etwas Neues zu beginnen. Karen L. und das Ehepaar Gabi und Robert E. haben es getan. Die 54-jährige Karen hatte eigentlich alles, um glücklich und zufrieden zu sein: Familie, Gesundheit, einen tollen Job als Geschäftsführerin eines Unternehmens mit über 200 Beschäftigten. Trotzdem beschlich sie das Gefühl, an sich vorbei zu leben, nicht das zu tun, was ihr wichtig ist. Irgendwann wird ihre Unzufriedenheit größer als alle Zweifel und Ängste. Sie kündigt ihre Stelle, ohne zu wissen, was danach folgen soll. Statt neu loszulegen wird sie erst einmal krank. Dann hat sie die Idee zu einem Startup: Erlebnisübernachtungen an besonderen Orten. Auch Gabi und Robert hatten auf den ersten Blick alles, was ein gutes Leben ausmacht: Geld, gute Jobs, Freunde. Doch die tägliche Tretmühle und die Aussicht, dass die nächsten zehn Jahre so dahinplätschern könnten wie die zurückliegenden zehn, deprimieren sie zunehmend. Die Mittvierziger beschließen, alles aufzugeben. Sie kündigen ihre Arbeitsstellen, verkaufen ihren gesamten Hausrat und reisen mit dem verbliebenen Hab und Gut, das in zwei Rucksäcke passt, Richtung Asien. Hier wollen sie als "digitale Nomaden" leben und arbeiten.Bringt der Neubeginn tatsächlich mehr Zufriedenheit und Erfüllung? Peter Podjavorsek hat die Aussteiger mehrere Monate lang begleitet und festgestellt, dass der Traum vom neuen Leben auch seine Schattenseiten hat. Karen macht zwar endlich ihr eigenes Ding, doch ihr Startup verursacht auch enormen Stress und finanzielle Risiken. Gabi und Robert leben nun zwar dort, wo andere Urlaub machen: in Thailand. Die neue Freiheit geht aber einher mit dem Verlust von Freunden und der Schwierigkeit, fernab der Heimat ihren Lebensunterhalt zu verdienen.