Ruhrbischof für weitere Fortschritte in der praktischen Ökumene

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck.

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Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck.

Ruhrbischof für weitere Fortschritte in der praktischen Ökumene
Die Ökumene kann nach der Einschätzung von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck trotz mancher Irritationen und grundlegender Unterschiede vorankommen.

"Der gemeinsame Grund unseres Glaubens, unser gemeinsamer Auftrag und unsere gemeinsame Aufgabe sind größer als alles, was uns noch trennt", sagte der katholische Theologe am Sonntagabend in Bielefeld vor der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen. "Wir sollten weitere Schritte der praktischen Ökumene nicht abhängig machen von der vollen Abendmahlsgemeinschaft oder sogar der Einheit der Kirchen."

In künftigen Debatten sollten die Gemeinsamkeiten im Glauben hervorgehoben werden, statt die noch bestehenden Unterschiede zu betonen, sagte der Essener Bischof laut Redetext. Es gelte, respektvoll und wertschätzend, selbstkritisch und fair miteinander und mit den unterschiedlichen theologischen Traditionen und Argumentationen umzugehen. Die Kirchen könnten sich gegenseitig bereichern und voneinander lernen.

 

Zwar habe die Debatte über ein gemeinsames Abendmahl für katholische und evangelische Ehepartner in den konfessionsübergreifenden Familien sowie zwischen evangelischen und katholischen Gemeinden Enttäuschung und manche Verbitterung ausgelöst, räumte Overbeck ein. Für Katholiken sei eine volle Eucharistiegemeinschaft nur im Rahmen einer vollen Kirchengemeinschaft denkbar. Im ökumenischen Dialog müsse aber geklärt werden, welche Unterschiede noch kirchentrennend seien. "Die Einheit der Kirche wird es nicht als Uniformität, sondern nur als versöhnte Verschiedenheit geben", unterstrich Overbeck, der der Glaubenskommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz angehört. 

Nachdem der Vatikan eine Handreichung zur Öffnung der katholischen Kommunion für protestantische Ehepartner überraschend zurückgehalten hatte, war das Papier im Juni als Orientierungshilfe für die einzelnen Bischöfe veröffentlicht worden, aber nicht wie ursprünglich geplant als offizielle Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz. Zahlreiche Bistümer kündigten anschließend an, evangelische Ehepartner in Einzelfällen zur Kommunion zuzulassen. 



Der Essener Bischof würdigte den Aufruf "Ökumenisch Kirche sein", der im Januar 2017 gemeinsam von westfälischer Landeskirche und dem Bistum Essen unterzeichnet wurde. Dieser Impuls werde in den katholischen Kirchengemeinden vor Ort zunehmend umgesetzt. Auch die Empfehlung zur gemeinsamen Nutzung von Kirchengebäuden werde an mehreren Orten aufgegriffen.

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