Minutenspender für historische Berliner Turmuhr gesucht

Die Sprengung des Turms der Versöhnungskirche nahe der Bernauer Straße im Berliner Stadtteil Mitte

© epd-bild / Versöhnungsgemeinde

Die Sprengung des Turms der Versöhnungskirche nahe der Bernauer Straße im Berliner Stadtteil Mitte am 28. Januar 1985. Das Schiff war bereits sechs Tage zuvor, am 22. Januar 1985, auf Geheiß der DDR-Führung zur "Bereinigung des Mauerstreifens" von DDR-Grenztruppen gesprengt worden.

Minutenspender für historische Berliner Turmuhr gesucht
Unter dem Motto "Gönn' Dir eine Minute" sucht die Berliner Versöhnungsgemeinde Spender für die historische Turmuhr ihrer 1985 in der DDR gesprengten Kirche.

Nach 58 Jahren Stillstand soll die Uhr ab August 2019 wieder im Foyer des Gebäudes des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung am Berliner Nordbahnhof schlagen und damit unweit ihres ursprünglichen Standortes, wie Gemeindepfarrer Thomas Jeutner am Donnerstag in Berlin ankündigte. Für die Restaurierung und Aufstellung der in Einzelteile zerlegten Uhr werden rund 30.000 Euro veranschlagt.

Zur Finanzierung können Spender symbolisch eine Minute für 45 Euro kaufen. Insgesamt stehen 720 Minuten, die Zeit zwischen 0 und 12 Uhr zum Verkauf, wobei auch größere Pakete erworben werden können. Der erste Käufer, der Journalist Jörg Hildebrandt, hat bereits die fünf Minuten von 11.55 bis 12 Uhr erworben.



Der Ehemann der 2001 gestorbenen Brandenburger Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) war bis 1961 Uhrenwart der Turmuhr der Versöhnungskirche in der Bernauerstraße. Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 stand die Kirche auf dem Grenzstreifen zwischen Ost- und West-Berlin und durfte nicht mehr betreten werden. 1985 ließen die DDR-Behörden den aus dem Jahr 1894 stammenden neugotischen Sakralbau sprengen. Zuvor durfte die Gemeinde noch die Glocken, die Uhr und weitere Gegenstände aus der Kirche bergen.

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