Caritas: Missbrauch aufarbeiten und Prävention verbessern

Wolkenverhangener Himmel mit Kirchturmspitze als Symbol für ein düsteres Kirchenbild.

Foto: Friso Gentsch/dpa

Die Kirche ist den Opfern Aufklärung und eine umfassende Aufarbeitung schuldig.

Nach Ansicht des Deutschen Caritasverbandes enthält die von der katholischen Bischofskonferenz vorgestellte Studie zum Missbrauch wichtige Hinweise, um künftig Risiken zu minimieren.

Gleichwohl habe die Kirche "dafür Sorge zu tragen, dass die nötigen institutionellen, personellen und theologischen Konsequenzen eingeleitet werden", sagte Präsident Peter Neher dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Kirche sei diesen Menschen eine umfassende Aufarbeitung schuldig.

Die am Dienstag in Fulda vorgestellte Untersuchung, die Hinweise auf mehr als 3.600 Missbrauchsopfer in der Zeit seit Ende des Zweiten Weltkriegs und auf mehr als 1.600 beschuldigte Priester enthält, zeige auch auf, wie sich die Prävention verbessern lasse. Neher sagte, es sei "zutiefst erschreckend und erschütternd, dass Kinder und Jugendliche inmitten der Kirche Opfer von sexueller Gewalt werden konnten".

Der Präsident betonte, dass die Caritas seit Jahren an der Prävention von Gewalt und Missbrauch arbeite. Der Verband hat demnach schon 2010 "Empfehlungen zur Prävention gegen sexuellen Missbrauch sowie zum Verhalten bei Missbrauchsfällen in den Diensten und Einrichtungen der Caritas" veröffentlicht und setzt dieses Vorhaben gezielt um.

Zudem habe sich der katholische Wohlfahrtsverband 2016 in einer Vereinbarung mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, dazu verpflichtet, Schutzkonzepte in allen Diensten und Einrichtungen der Caritas voranzubringen. Daneben würden regelmäßig Angebote wie Fortbildungen und Fachtagungen organisiert.

Neher verwies zudem darauf, dass die Diözesan-Caritasverbände in der Regel eigene Präventionsbeauftragte benannt hätten, die vor Ort ein vielfältiges Schulungsangebot entwickelt hätten. "Wir sehen die Stärkung von Handlungskompetenzen als Voraussetzungen dafür, dass unsere Fachkräfte die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch schützen können", sagte der Präsident: "Wir arbeiten  kontinuierlich an der Verbesserung des institutionellen Schutzes."