Die gute Nachricht für deutsche Hotels

Bibel des Gideonbundes auf dem Nachttisch in einem Hotel

Foto: epd-bild/Anke Bingel

Bibel des Gideonbundes auf dem Nachttisch in einem Hotel in Frankfurt am Main.

Die gute Nachricht für deutsche Hotels
Die Bibel auf dem Nachttisch: Das meistverkaufte Buch der Welt gehört in vielen Hotels noch zum Standard. Etliche Hotelbetreiber entschließen sich mittlerweile aber auch bewusst gegen religiöse Literatur für ihre Gäste.
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Trotz vieler kritischer Stimmen haben Bibeln nach wie vor in vielen Hotels einen festen Platz: Rund 30.000 neue Exemplare hat der Gideonbund im vergangenen Jahr an deutsche Hotels verteilt. Der Verein - 1899 in den USA gegründet - verschickt weltweit kostenlose Bibeln unter anderem an Hotelbetreiber und Krankenhäuser. Auf die vergangenen Jahre gerechnet sei die Zahl der Bibeln, die an Hotels gesendet würden, relativ konstant geblieben, sagte Fabian Neumann, Referent für Kommunikation und Entwicklung des Gideonbundes, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Nach früheren Mitteilungen wurden im Jahr 2006 noch 48.000 Bibeln von Hotels angefordert. Der Gideonbund ist nach eigenen Angaben in rund 200 Ländern tätig und hat in Deutschland rund 4.800 Mitglieder.

Viele Hotelbetreiber gegen religiöse Literatur

Etliche Hotelbetreiber entschließen sich mittlerweile aber bewusst gegen religiöse Literatur für ihre Gäste - so auch die A&O-Hostels. In ihren Häusern würden weder Bibeln noch Korane angeboten, "weil wir überparteilich, unpolitisch und frei von Religionen agieren", erklärt Geschäftsführer Oliver Winter. Die A&O-Hostels stehen unter dem Motto "everyone can travel", betonte Winter: "Jeder ist uns willkommen, wir behelligen aber niemanden mit Politik oder Religion." Auch auf Nachfrage an der Rezeption sei keine religiöse Literatur erhältlich.

Ähnlich begründet auch die französische Accor-Hotelgruppe den Entschluss, keine Bibeln anzubieten: "Es wurde entschieden, dass wir als Weltkonzern, der in 100 Ländern tätig ist, neutral bleiben", teilt eine Sprecherin mit. Die Entscheidung sei vor einigen Jahren von der obersten Geschäftsführung in Paris getroffen worden. Zur Accor-Gruppe gehören unter anderem Unterkünfte von Ibis, Mercure und Novotel in Deutschland.

Bibel-Tradition in Hotels

Anders sieht es bei der Marriott-Hotelgruppe aus: Dort würden Bibeln in der Mehrzahl der deutschen Hotels auf den Zimmern angeboten. Ein Vertreter von Marriott International begründet: "Seit die Marriott-Gruppe in das Beherbergungsgewerbe eingestiegen ist, ist es eine lange Tradition, den Gästen Bibeln in unseren Hotels weltweit anzubieten." Auch wenn es kaum Rückmeldung von den Reisenden gebe, wisse man, dass es eine Tradition sei, die geschätzt werde. Den Managern der einzelnen Hotels stehe es außerdem frei, Korane auszulegen.



Manfred Wiegel, Bundesvorsitzender der Gideons in Deutschland, betont: "Für viele Hotels weltweit, insbesondere für die Marriott-Hotelgruppe wie auch für deren Gäste, gehört die Bibel auf dem Hotelzimmer zum guten internationalen Standard eines Hotels." Dennoch habe der Verein mittlerweile andere Schwerpunkte: "Aktuell wachsen wir stark im Bereich fremdsprachiger und mehrsprachiger Taschenbibeln, die vor allem an Flüchtlinge oder auch an Lkw-Fahrer weitergegeben werden." Hotel-Bibeln machten nur unter fünf Prozent der jährlichen Gesamtweitergabe in Deutschland aus.

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