Mehrheit in Deutschland offen für Pflegeroboter

Pflegeroboter

Foto: dpa/Sven Hoppe

Eine Mitarbeiterin vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt stellt bei einer Pressekonferenz den Assistenzroboter EDAN vor.

Mehrheit in Deutschland offen für Pflegeroboter
Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht einer repräsentativen Umfrage zufolge Pflegerobotern offen gegenüber.

Wie aus dem am Montag in Berlin vorgestellten "Meinungspuls Pflege" der Techniker Krankenkasse (TK) hervorgeht, würden sich 58 Prozent der Befragten im Pflegefall bei körperlichen Einschränkungen von einem solchen Roboter unterstützen lassen. 26 Prozent rechnen damit, dass in zehn Jahren jeder Pflegebedürftige von einem Roboter unterstützt wird.

90 Prozent können sich laut Studie zudem vorstellen, smarte Sensoren einzusetzen, um länger selbstständig im eigenen Haushalt zu bleiben. Solche Sensoren könnten beispielsweise einen Sturz erfassen und Hilfe anfordern.

Der stellvertretende TK-Vorstandsvorsitzende Thomas Ballast nannte es ein ermutigendes Zeichen, dass digitale Helfer grundsätzlich akzeptiert würden. Es gebe allerdings keine gesetzliche Grundlage dafür, dass die Pflegeversicherung diese unterstütze - anders als zum Beispiel Badewannensitze oder Sicherheitsgriffe. Es sei wichtig, dass die Politik hier Anreize setze, betonte Ballast.

Der Umfrage zufolge sind 86 Prozent der Befragten grundsätzlich dazu bereit, nahe Angehörige mehrere Stunden in der Woche zu pflegen. Sechs von zehn dieser Befragten würden wiederum für diese Aufgabe im Beruf kürzer treten. Die Bereitschaft demente Angehörige zu versorgen, sei mit 79 Prozent etwas geringer.

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Allerdings werden nach Angaben von Pflegeexperten die Kosten deutlich unterschätzt. Imke Wolf, Teamleiterin des Vereins Catania, der die Servicewebsite "pflegen-und-leben.de" für pflegende Angehörige betreibt, sagte, die Frage, wie die Betreuung eines Pflegebedürftigen finanziell gestemmt werden könne, sei eine immense Belastung.

Ballast wies daraufhin, dass die derzeitige Pflegeversicherung lediglich "Teilkasko" sei, also nicht das komplette Risiko finanziere. Angesichts eines schwächeren Familienzusammenhalts und zunehmender Berufstätigkeit erwarte er, dass es eine gesellschaftliche Debatte um die Zukunft der Pflege geben werde. Im Auftrag der TK hat Forsa im April 2018 repräsentativ 1.007 Menschen befragt.