Zisterzienserorden gründet neues Priorat im Kloster Neuzelle

Deutschland spricht 2019
Zisterzienserorden gründet neues Priorat im Kloster Neuzelle
Rund 200 Jahre nach dem Auszug der letzten Mönche ist im brandenburgischen Barockkloster Neuzelle seit Sonntag wieder ein katholisches Priorat des Zisterzienserordens beheimatet. Das Tochterkloster des österreichischen Zisterzienserstifts Heiligenkreuz wurde bei der traditionellen Görlitzer Bistumswallfahrt durch den Abt von Heiligenkreuz, Maximilian Heim, errichtet, wie das Bistum Görlitz mitteilte.

Zunächst werden in Neuzelle sechs Mönche leben. Zu dem Festgottesdienst, dem sogenannten Wallfahrtshochamt, hatten sich rund 30 Mönche aus Österreich angekündigt. Neuzelle gilt als eine der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen in Europa. An der Feier zur Neugründung des Klosters im 750. Jubiläumsjahr des historischen Zisterzienserklosters Neuzelle nahmen auch Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) und der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, teil. Die Predigt beim Wallfahrtshochamt will der katholische Bischof Wolfgang Ipolt halten, zu dessen Bistum Neuzelle gehört.

Ein heller, freundlicher und tiefgründiger Farbtupfer

Bischof Dröge hieß die sechs Mönche in seinem Grußwort herzlich willkommen. "Es wird Neuzelle, es wird der ganzen Region, dem Bistum Görlitz und auch unserer Kirche gut tun, dass das christliche Zeugnis in Brandenburg nun einen neuen, hellen, freundlichen und tiefgründigen Farbtupfer bekommt", sagte der Bischof. Er fügte hinzu: "Wir können nun hier in ökumenischer Gemeinschaft zeigen, dass gelebter christlicher Glaube ganz unterschiedlich sein kann und doch aus einem Geist erwächst."

Seelsorge und andere Aufgaben

Der katholische Bischof Ipolt ist Initiator der Neugründung des Priorats in dem 1817 säkularisierten und später verstaatlichten Kloster. Die Mönche wollen zunächst im katholischen Pfarrhaus von Neuzelle leben und später in rund zwölf Kilometern Entfernung ein neues Kloster errichten. Im historischen Zisterzienserkloster wollen sie unter anderem für Seelsorge und andere Aufgaben präsent sein.

Das Kloster Neuzelle an der Oder wurde im 13. Jahrhundert gegründet und später im Barockstil umgestaltet. 1817 wurde der Klosterbesitz im Zuge der Säkularisierung in ein preußisch-staatliches Stift Neuzelle überführt, das bis 1955 als Forst- und Domänenverwaltung bestand und dann verstaatlicht wurde.



Um die Klosteranlage wiederzubeleben, wurde 1996 die Stiftung Stift Neuzelle als öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg gegründet. Seit Anfang der 90er Jahre wurden nach Angaben des Kulturministeriums mehr als 50 Millionen Euro an Landes-, Bundes- und EU-Mitteln sowie privaten Spenden in die Gesamtanlage investiert.

Meldungen

Top Meldung
Jugendliche absolviert ihr Freiwilliges Soziales Jahr in einer inklusiven Grundschule
Angesichts der Einführung von kostenlosen Bahnfahrten für Soldaten fordert der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) das gleiche Recht für Freiwilligendienstleistende.