Theologin Bahr fordert Ausbau der Freiwilligendienste für Geflüchtete

Petra Bahr

Foto: epd-bild/Jens Schulze

Petra Bahr

Theologin Bahr fordert Ausbau der Freiwilligendienste für Geflüchtete
Die Theologin Petra Bahr hat an die Bundesregierung appelliert, die Freiwilligendienste für Flüchtlinge und Asylbewerber fortzuführen und auszubauen.

Für Programme wie den Bundesfreiwilligendienst für Geflüchtete müssten Mittel langfristig gesichert und in Regelprogramme überführt werden, sagte die Beauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für evangelische Freiwilligendienste am Donnerstag in Hannover dem epd. Das Sonderprogramm "Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug" ist bislang bis Ende Dezember 2018 befristet.

"Unsere Erfahrungen zeigen, dass Geflüchtete im Freiwilligendienst nicht nur Hilfeempfänger sind, sondern auch etwas an die aufnehmende Gesellschaft zurückgeben können", sagte die frühere EKD-Kulturbeauftragte Bahr, die seit 2017 als Landessuperintendentin den evangelischen Sprengel Hannover leitet. "Diese Chance nehmen Geflüchtete zunehmend wahr."

"Natürliche Integration"

Durch den Kontakt zu Gleichaltrigen, Einblicke in das Zusammenleben, die gemeinsame Arbeit und das Gefühl, ganz selbstverständlich Teil der Gesellschaft zu sein, erlebten Geflüchtete eine "natürliche Integration", die sich auf den alltäglichen Umgang mit der deutschen Sprache gründe, betonte Bahr. Die Erfahrung, dass eigene Kompetenzen und Fähigkeiten sinnvoll und für andere nützlich seien, sei für die Geflüchteten Ansporn und Anerkennung zugleich.

Der "Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug" startete im Dezember 2015 in der Hochphase des Flüchtlingszuzugs. Teilnehmen können Asylberechtigte, Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive sowie deutsche Freiwillige, die sich für Flüchtlinge engagieren. Dafür stellte der Bund neben den regulären 35.000 Plätzen im Bundesfreiwilligendienst bis zu 10.000 weitere Plätze zur Verfügung. 2016 standen im Bundeshaushalt 50 Millionen Euro für diese Arbeit bereit. Flüchtlinge konnten zu Dienstbeginn bei Bedarf einen vierwöchigen Intensivsprachkurs machen.

Im Raum der EKD gibt es rund 100 Organisationen aus Diakonie, evangelischer Jugend und Friedensarbeit, die bundesweit und international Freiwilligendienste organisieren. Mehr 16.500 Teilnehmer beginnen dort pro Jahr ihren Dienst im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), im Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder in einem internationalen Freiwilligendienst. Damit ist die evangelische Kirche einer der größten Anbieter für Freiwilligendienste.

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