Frauenärzte-Präsident: Liste von Ärzten hilft Frauen in Not

Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, begrüßt die Entscheidung des Kommunalverbands de Region Hannover, eine Liste von Ärzten zu erstellen, die Abtreibungen vornehmen. "Damit helfen wir den Frauen und Mädchen in Not", sagte der Gynäkologe aus Hannover am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bislang biete in Deutschland allein Hamburg eine Übersicht über Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, im Internet an.

Die Region Hannover hatte am Montag bekanntgegeben, künftig auf dem Portal www.hannover.de eine Liste von gynäkologischen Arztpraxen zu veröffentlichen, die Abtreibungen anbieten. Ärztinnen und Ärzte selbst dürfen nach dem umstrittenen Paragraf 219a nicht öffentlich angeben, dass sie in ihrer Praxis Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Der Paragraf war Ende vergangenen Jahres in den politischen Fokus gerückt, nachdem eine Gießener Ärztin zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Sie hatte auf ihrer Internetseite darüber informiert, dass sie Abtreibungen vornimmt.

Das Vorhaben in Hannover helfe insbesondere Frauen in ländlichen Regionen, sagte Albring, der in seiner Praxis selbst Frauen über Schwangerschaftsabbrüche berät. "Frauen in Dörfern und Kleinstädten wollen, um anonym zu bleiben, gerne den Abbruch in einer anderen Stadt wahrnehmen." Dazu müssten Beratungsstellen und Frauenärzte vor Ort über die Angebote in anderen Städten Bescheid wissen. "Dort gibt es scheinbar nur gute Erfahrungen damit."

Albring hat unter seinen Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen bereits eine Abfrage gestartet, wer mit der Veröffentlichung von Name und Praxis-Adresse einverstanden ist. Absagen aus Sorge vor Protestaktionen durch Abtreibungsgegner habe er bislang kaum erhalten. Der Verbandspräsident forderte dennoch mehr Schutz für Frauenärzte und Beratungsstellen. Bislang entschieden Gerichte oftmals zugunsten der häufig sehr aggressiven Abtreibungsgegner.