Leipziger Musikstätten mit europäischem Kulturerbe-Siegel geehrt

Wertvollen Sammlung zu Leben und Werk der Söhne des berühmten Thomaskantors und Barockkomponisten Johann Sebastian Bach im Leipziger Bach-Archiv

Foto:epd-bild/Uwe Winkler

In Leipzig ballen sich Musikschätze, wie diese im Bach-Archiv aufbewahrte Original-Partitur der Oper "Zanaida" von Johann Christan Bach, dem jüngsten Sohn des einstigen Thomaskantors Johann Sebastian Bach.

In Leipzig sind stellvertretend für das reiche musikalische Erbe der Stadt neun Musikstätten mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden.

EU-Kulturkommissar Tibor Navracsics und die sächsische Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) übergaben die Auszeichnungen am Mittwoch bei einem Festakt im Alten Rathaus in Leipzig. Unter die Sammelauszeichnung für "Leipzigs Musikerbe-Stätten" fallen Thomas- und Nikolaikirche, Gewandhaus, Bach-Archiv und Alte Nikolaischule. Auch Schumann-Haus, Mendelssohn-Haus, das Musikverlagshaus C. F. Peters mit Grieg-Begegnungsstätte und die Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" zählen dazu. Nach der offiziellen Verleihung können an den Stätten nun die entsprechenden Siegel angebracht werden, wie es hieß.

Stange sagte, das Zeichen würdige eine Musik- und Kulturstadt, die seit dem Mittelalter für ganz Europa von Bedeutung sei. "Leipzigs Entwicklung zur Handels-, Kultur- und Bildungsmetropole verbindet sich wie in nur wenigen europäischen Städten eng mit dem Musikleben", hob die Ministerin hervor. Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte: "In der Weltmusikstadt Leipzig können die Besucher auf engstem Raum der europäischen Musikgeschichte nachspüren."

In Leipzig lebten und wirkten mehrere weltberühmte Komponisten, darunter Johann Sebastian Bach (1685-1750), Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) und Richard Wagner (1813-1883). Das Musikverlagshaus C. F. Peters hat seinen Sitz in Leipzig. Als älteste kulturelle Einrichtung der Stadt gilt der über 800 Jahre alte Thomanerchor, den Bach im 18. Jahrhundert 27 Jahre lang als Kantor leitete.

Eine von der Brüsseler EU-Kommission eingesetzte Jury hatte aus 25 Anträgen insgesamt neun neue Träger des Siegels ausgewählt. Die EU verleiht das Siegel seit 2014. Mitgliedsländer können alle zwei Jahre Vorschläge einreichen. In Deutschland wurde das Siegel erst zum dritten Mal verliehen. EU-weit tragen es nun 38 Stätten.

 

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