Inhaftierter Erzieher gibt langjährigen Missbrauch eines Jungen zu

Symbolbild: Gummistiefel im Kindergarten.

Foto: dpa/Lino Mirgeler

Symbolbild: Gummistiefel in einer Kindertagesstätte.

Im Heilbronner Kinderpornografie-Fall hat der inhaftierte ehemalige Kindergartenleiter über seinen Anwalt den langjährigen Missbrauch eines mit ihm befreundeten Jungen eingeräumt.

Der Zeitung "Heilbronner Stimme" (Mittwoch) sagte Anwalt Thomas Amann, die sexuellen Übergriffe hätten sich zwischen 2012 und Januar 2018 ereignet. Selbst die Hausdurchsuchung durch die Polizei 2016 und die Anklage wegen des Besitzes Tausender kinderpornografischer Bild- und Videodateien hätten den Erzieher nicht gestoppt. Der 31-jährige Mann sitzt seit Anfang März in Untersuchungshaft.

Der Inhaftierte betone, dass es im Rahmen seiner Arbeit in einem evangelischen Kindergarten und in der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit in Heilbronn "keinen körperlichen sexuellen Missbrauch" gegeben habe, sagte der Anwalt in dem Gespräch. Es seien jedoch Fotos einer Kinderfreizeit gefunden worden, auf denen teilweise nackte Jungen zu sehen seien. Ob diese Aufnahmen Zufall oder Absicht waren, sei noch nicht geklärt.

Der Anwalt sagte über seinen Mandanten, dass dieser ihn anfangs über das Ausmaß seiner Verwicklung in die Kinderpornografie angelogen habe. Er habe auch ihm gegenüber nur den nachgewiesenen Besitz der Bilderdateien zugegeben, nicht aber seinen aktiven Missbrauch des Jungen. Ob der Mann jetzt die ganze Wahrheit sage, könne er nicht sicher einschätzen, sagte der Anwalt. Der 31-Jährige wolle sich jedoch wohl seinen Taten stellen.