Pastor soll Kirchengelder veruntreut haben

Kirchengelder veruntreut

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Ein Pastor und seine Ehefrau aus dem niedersächsischen Uelsen sollen insgesamt knapp 55.000 Euro an Kirchengeldern veruntreut haben.

Ein Pastor und seine Ehefrau aus dem niedersächsischen Uelsen sollen insgesamt knapp 55.000 Euro an Kirchengeldern veruntreut haben.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück habe nun gegen den Theologen Anklage erhoben, teilte die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer am Sonntag mit. Er soll in seiner früheren Kirchengemeinde im Emsland rund 4.500 Euro veruntreut haben. Die Ehefrau sei bereits im vergangenen Dezember wegen der Veruntreuung von 50.000 Euro und Urkundenfälschung vom Amtsgericht Nordhorn zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Sie war die Rechnungsführerin der Kirchengemeinde. 

Die Kirchenleitung habe den Pastor vorläufig vom Dienst suspendiert, weil er für den Dienst in der Kirche während des anstehenden Strafverfahrens nicht mehr tragbar sei, sagte Kirchensprecher Ulf Preuß. In dem laufenden kirchlichen Disziplinarverfahren gehe es auch um die Frage, ob der Pastor als Vorsitzender des Kirchenrates gegen seine Dienstpflichten verstoßen habe. Dazu gehörten die pfarramtliche Geschäftsführung und die Überwachung der Rechnungsprüfung. Ein Gerichtstermin steht noch nicht fest. Kirchenräte heißen bei den Reformierten die mit Pastoren und Ehrenamtlichen besetzten leitenden Gremien der Gemeinden.

Aufgefallen seien die hohen Fehlbeträge 2016 bei einer routinemäßigen Rechnungsprüfung der Kirchengemeinde durch das Landeskirchenamt in Leer. Die Rechnungsführerin und Ehefrau des Pastors habe daraufhin Verfehlungen eingestanden. Allerdings seien einige Taten bereits verjährt gewesen, sagte Preuß. Außerdem habe die Frau den zur Verhandlung stehenden Betrag bis zum Prozessbeginn im Wesentlichen zurückgezahlt. Dies habe sich strafmildernd ausgewirkt. Bisher habe die Kirche keine Hinweise darauf, dass der Pastor über die Taten seiner Frau informiert war. Zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gehören rund 175.000 Mitglieder in 145 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allgäu.