Hilfswerk: Zahl der Kindersoldaten im Südsudan auf traurigem Rekord

 Kindersoldaten

Foto: Sam Mednick/AP/dpa

Freigelassene Kindersoldaten stehen in einer Reihe, um von UNICEF-Mitarbeitern registriert zu werden. Im Südsudan werden gerade 19.000 Mädchen und Jungen als Kindersoldaten missbraucht.

Bis zu einer viertel Million Kinder werden weltweit in der Regel erst gekidnappt und dann gegen ihren Willen in den Kampf gezwungen werden. Im Südsudan werden Angaben der SOS-Kinderdörfer zufolge gerade 19.000 Mädchen und Jungen als Kindersoldaten missbraucht.

Mit 19.000 Jungen und Mädchen ist die Zahl der Kindersoldaten im Südsudan nach Angaben der SOS-Kinderdörfer auf einen Rekordstand gestiegen. Damit würden mehr Kinder als Soldaten missbraucht als je zuvor seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2013, erklärte das Hilfswerk am Montag in München. "Die kriegsführenden Parteien werden immer skrupelloser", sagte Sprecher Louay Yassin.

Dass zwei Rebellengruppen kürzlich etwa 300 Kindersoldaten freiließen, sei reiner Zynismus. Auch diese Kinder würden durch neue ersetzt. "Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass die bewaffneten Gruppen immer mehr Kindersoldaten rekrutieren", erklärte Yassin. In der Regel werden die Kinder gekidnappt und gegen ihren Willen in den Kampf gezwungen.

Laut Unicef ist der Südsudan das Land mit der vermutlich höchsten Zahl an Kindersoldaten. Schätzungen gehen von bis zu 250.000 Kindersoldaten weltweit aus. In Syrien und im Irak rekrutiert beispielsweise die Terrormiliz "Islamischer Staat" Kinder und Jugendliche, wie Unicef aufführt. Auch die Zentralafrikanische Republik, der Kongo, Afghanistan, Pakistan oder Somalia gehören demnach zu den Ländern, in denen Jungen und Mädchen als Kämpfer oder Sklaven von bewaffneten Gruppen missbraucht werden.