Mindestens zehn Tote bei Terroranschlag im Nordosten Nigerias

Koranschulen im Norden Nigerias

Foto: Andy Spyra/laif

Der Norden Nigerias ist vorrangig muslimisch geprägt. Viele Kinder besuchen Koranschulen, wie dieser Junge in Maiduguri, wo die Boko Haram frühen Einfluss auf die Schüler nimmt.

Bei einem Anschlag auf eine Moschee im Nordosten Nigerias sind am Mittwoch mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.

Ein Selbstmordattentäter habe sich beim Frühgebet unter die Gläubigen gemischt und einen Sprengsatz gezündet, berichtete der britische Rundfunksender BBC. Hinter dem Anschlag in der Stadt Gamboru an der Grenze zu Kamerun wird die islamistische Terrorgruppe Boko Haram vermutet. Sie hatte sich erst am Dienstag in einem Internetvideo zu mehreren Anschlägen in der Region über die Weihnachtsfeiertage bekannt.

In dem Bekennervideo trat erstmals seit Monaten der mehrfach totgesagte Anführer der islamistischen Bewegung, Abubakar Shekau, in Erscheinung. In dem gut 30 Minuten langen Film behauptet er, für mindestens drei Anschläge verantwortlich zu sein. Bei einem Angriff auf einen Militärposten am Stadtrand von Maiduguri, von dem in dem Video Aufnahmen gezeigt werden, waren am ersten Weihnachtstag mindestens 25 Menschen getötet worden. Vier Menschen kamen ums Leben, als die Terroristen einen Hilfskonvoi auf einer Straße in Richtung Gamboru angriffen.

Der neuerliche Anschlag und das Bekennervideo stellen die Erklärung von Präsident Muhammadu Buhari infrage, der in seiner Neujahrsrede behauptet hatte, Boko Haram sei besiegt. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Anschläge auf Dörfer im Norden Nigerias gegeben, wo Boko Haram trotz erheblicher Militärpräsenz aus dem Untergrund heraus operiert.