Ägypten: Zahl der Toten auf über 300 erhöht

Ägypten: Zahl der Toten auf über 300 erhöht
Nach dem blutigen Anschlag auf eine Moschee in Ägypten hat sich die Zahl der Toten auf 305 erhöht. Das staatliche Fernsehen berichtete am Samstag, weitere 128 Menschen seien bei dem Anschlag nach dem Freitagsgebet im Norden des Sinai verletzt worden.

Als Reaktion auf die Tat bombardierte das Militär Ziele in der Region. Staatliche Medien berichteten, bei den Luftschlägen seien einige mutmaßliche Drahtzieher des Anschlags getötet worden.

Die Luftwaffe traf demnach die Fahrzeuge, mit denen die Attentäter flohen. Die Insassen seien getötet worden. Die Militäroperation soll den Angaben zufolge andauern, bis auch die übrigen Extremisten "eliminiert" seien. Zu dem Anschlag auf die Sufi-Moschee in dem Ort Bir al-Abed hat sich zunächst niemand bekannt. Präsident Abdel Fattah al-Sisi ordnete nach einem der schwersten Anschläge der jüngeren ägyptischen Geschichte eine dreitägige Staatstrauer an. Zugleich kündigte er Vergeltungsschläge an.



Der Anschlag hat weltweit Entsetzen und Bestürzung ausgelöst. Papst Franziskus zeigte sich tief betroffen und sprach von einem "frevelhaften Akt der Brutalität gegenüber zum Gebet versammelten unschuldigen Zivilisten". Der Papst sei in der Trauer solidarisch mit den Ägyptern und hoffe auf die Überwindung von Hass und Gewalt, hieß es am Freitagabend in einem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Beileidstelegramm.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Täter als "feige Mörder". In seinem Telegramm an Präsident al-Sisi erklärte er: "Ich wünsche Ihnen und den Menschen in Ägypten Kraft, um weiter im Kampf gegen den Terror zusammenzustehen." Am Samstag kamen in ganz Ägypten Menschen zum Gebet für die Opfer zusammen.

In Ägypten gibt es immer wieder Anschläge radikaler Islamisten. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat im Nordsinai einen Ableger. Anhänger des spirituellen islamischen Sufismus werden von ihnen als "Ungläubige" gebrandmarkt. Auch Christen wurden mehrfach angegriffen.

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