Weltkirchenrat fordert internationale Unterstützung für den Irak

Irak

Foto: dpa/Khalid Mohammed

Kämpfer der Popular Mobilization Forces (PMF), einer paramilitärischen Einheit der irakischen Regierung, besetzen am 18.10.2017 in Bashiqa (Irak) eine ehemals kurdische Kontrollstelle.

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat sich besorgt über die Zukunft des Irak geäußert. Die Regierung in Bagdad und die nach Unabhängigkeit strebende Regionalregierung von Kurdistan müssten die derzeitige Krise im Dialog lösen und einen bewaffneten Konflikt vermeiden, erklärte der ÖRK-Exekutivausschuss am Donnerstag in Amman.

Zwar sei der "Islamische Staat" aus vielen Regionen vertrieben worden, hieß es weiter. Der Erfolg habe aber mit dem Verlust zahlreicher Menschenleben und Zerstörungen teuer bezahlt werden müssen.

Zum Abschluss einer Sitzung in der jordanischen Hauptstadt forderte das Lenkungs-Gremium des Weltkirchenrates die irakischen Behörden auf, dafür zu sorgen, dass den vertriebenen Menschen ihre Häuser und ihre Existenzgrundlage zurückgegeben werden. Die religiöse und gesellschaftliche Vielfalt des Irak müsse aufrechterhalten werden. Die internationale Gemeinschaft solle den Wiederaufbau sofort und großzügig unterstützen.

Besonders gefragt seien Beiträge von Ländern wie den USA und Großbritannien, die 2003 im Irak einmarschiert waren.

Seit dem Sturz des Diktators Saddam Hussein vor 14 Jahren wurden Hunderttausende Christen aus dem Irak vertrieben. Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" ging extrem grausam gegen Christen und andere religiöse Minderheiten vor. Im ÖRK mit Sitz in Genf sind gut 350 Kirchen mit mehr als einer halben Milliarde Mitglieder vereinigt.