Mugabe kein Goodwill-Botschafter mehr

Mugabe kein Goodwill-Botschafter mehr
Der Druck auf die Weltgesundheitsorganisation wurde zu groß: Generaldirektor Tedros will den autoritären Präsidenten Mugabe jetzt doch nicht als Sonderbotschafter sehen.
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Nach heftigen Protesten hat die Weltgesundheitsorganisation die Ernennung des Präsidenten von Simbabwe, Robert Mugabe, zum Sonderbotschafter rückgängig gemacht. Die Entscheidung gegen das Engagement Mugabes sei im Interesse der Weltgesundheitsorganisation gefallen, erklärte Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Sonntag in Genf.

Tedros betonte, er habe sich mit Kritikern der Ernennung und mit Simbabwes Regierung beraten. Die Ernennung des autoritär regierenden Staatschefs Mugabe zum Sonderbotschafter der Weltgesundheitsorganisation hatte bei europäischen Regierungen und bei Menschenrechts- und Gesundheitsorganisationen harsche Kritik ausgelöst. Die europäischen Mitgliedsländer steuern einen Großteil zum WHO-Budget bei.

Die Nichtregierungsorganisation UN-Watch bezeichnete den 93-jährigen Mugabe als "Tyrannen". Er unterdrücke brutal die Opposition in Simbabwe, er habe sein einstmals wirtschaftlich starkes Land ruiniert und das nationale Gesundheitssystem entscheidend geschwächt.



WHO-Generaldirektor Tedros hatte Mitte der Woche auf einer Gesundheitskonferenz in Montevideo (Uruguay) bekannt gegeben, dass Mugabe als "Goodwill"-Botschafter für nichtübertragbare Krankheiten für Afrika arbeiten werde. Mugabe sollte seine Amtskollegen beeinflussen, damit sie den Kampf gegen nichtübertragbare Krankheiten wie Krebs ernsthaft führen.

Nähere Angaben zu den ursprünglich vorgesehenen Aufgaben Mugabes als Sonderbotschafter machte das WHO-Medienbüro in Genf auf Anfrage nicht. Mugabe bekleidete von 1980 bis 1987 das Amt des Premierministers in Simbabwe, danach wurde er Präsident. Die EU verhängte 2002 Sanktionen gegen das Mugabe-Regime wegen Menschenrechtsverletzungen. Amnesty International wirft Mugabe vor, einen brutalen Unterdrückungsapparat aufgebaut zu haben.

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