Aachener Friedenspreis verliehen

Aachener Friedenspreis verliehen
Mit dem Aachener Friedenspreis sind am Freitagabend die sizilianische Friedensinitiative "No MUOS" und das Jugendnetzwerk JunepA ausgezeichnet worden.

"Wir ehren zwei Organisationen, die sich mit Mitteln des zivilen Ungehorsams unter anderem für eine friedliche Welt, die Abschaffung von Waffen und ein solidarisches Miteinander engagieren", sagte Tina Terschmitten vom Vorstand des Friedenspreis-Vereins. Der Kabarettist Urban Priol würdigte die Preisträger in seiner Laudatio als "wirkmächtige Davids der europäischen Gesellschaft, die Zivilcourage und zivilen Ungehorsam gegen die Goliaths dieser Welt leben".

Die Friedensbewegung "No MUOS" setzt sich für eine Entmilitarisierung Siziliens ein. Die Initiative kämpft seit 2009 für eine Schließung von Radar- und Sendeanlagen auf einem US-Militärstützpunkt auf Sizilien. Das deutsche Jugendnetzwerk für Politische Aktion (JunepA) engagiert sich gegen Atomwaffen und Rüstungsexporte, aber auch gegen den Freihandel und für den Klimaschutz. Regionalgruppen gibt es in Berlin, Lüneburg, Göttingen und im Rhein-Main-Gebiet. Die Aktivisten beteiligten sich unter anderem an Blockadeaktionen am vermutlichen Atomwaffenstützpunkt Büchel und der Besetzung des Truppenübungsplatzes Altmark.

Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 an Menschen vergeben, die sich an der Basis für Frieden und Völkerverständigung einsetzen. Die symbolisch mit jeweils 1.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am Antikriegstag am 1. September verliehen. Der Preis wird von rund 50 kirchlichen, politischen, gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen sowie von etwa 350 Einzelpersonen getragen, die im Verein "Aachener Friedenspreis" zusammengeschlossen sind.

Erste Träger des renommierten Friedenspreises waren 1988 die evangelischen Pfarrer Werner Sanß und Jutta Dahl, die mit Sitzblockaden vor Nato-Stützpunkten gegen die sogenannte Nachrüstung protestierten. Auch Pro Asyl, die Petersburger Soldatenmütter, die türkische Menschenrechtsanwältin Eren Keskin und Brecht-Tochter Hanne Hiob gehören zu den Geehrten. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an türkische Wissenschaftler, die wegen ihres Engagements für ein Ende des Militäreinsatzes in den Kurdengebieten verfolgt werden.

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