In Nordkorea droht Hunger wegen schwerer Dürre

Bauern arbeiten in der Nähe von Sangwon.

Foto: dpa/Wong Maye-E

Bauern arbeiten in der Nähe von Sangwon.

In Nordkorea droht Hunger wegen schwerer Dürre
Im kommunistischen Nordkorea, das international weitgehend isoliert ist, droht den Vereinten Nationen zufolge eine Hungersnot. Es ist nicht die erste, die das asiatische Land heimsucht und verheerende Konsequenzen haben könnte.

In Nordkorea werden nach Angaben der Vereinten Nationen wegen einer Dürre die Nahrungsmittel knapp. Wegen der schlimmsten Trockenheit seit fast 20 Jahren brauche das abgeschottete asiatische Land dringend sofortige Lebensmittelhilfe, erklärte die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) in einem am Freitag in Rom vorgelegten Bericht. Bei Reis, Mais, Kartoffeln, Sojabohnen und anderen Lebensmitteln gebe es starke Ernte-Einbußen.

Bei der Frühjahrsernte gab es den Angaben zufolge einen Einbruch um über 30 Prozent. In den Hauptanbaugebieten war zwischen April und Juni noch weniger Regen gefallen als 2001. Damals sank die Getreideproduktion unter zwei Millionen Tonnen, und ein großer Teil der Bevölkerung musste hungern. In den vergangenen Jahren schwankte die Getreideproduktion um fünf Millionen Tonnen.

Der für Nordkorea zuständige FAO-Repräsentant Vincent Martin forderte sofortige Hilfen für Bauern, auch in Form von Geräten und Material für Bewässerung. Die kommenden drei Monate seien eine besonders kritische Zeit, sagte er.

Das kommunistisch regierte Nordkorea mit 25 Millionen Einwohnern ist international weitgehend isoliert und hat sich selbst zur Atommacht erklärt. Staatschef Kim Jong Un provoziert westliche Länder immer wieder durch Raketentests.

Seit dem Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa Ende der 80er Jahre kam es in dem Land immer wieder zu Hungersnöten. Am schlimmsten war die Ernährungskrise 1996/97 infolge von Dürren, Überschwemmungen und starrer Staatswirtschaft. Nach offiziellen Angaben starben damals 200.000 Menschen, nach Schätzungen ausländischer Experten bis zu drei Millionen.

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