Brasiliens Präsident will wichtiges Amazonas-Schutzgebiet verkleinern

Brasiliens Präsident will wichtiges Amazonas-Schutzgebiet verkleinern
Der brasilianische Präsident Michel Temer will ein wichtiges Schutzgebiet im Amazonas-Regenwald massiv verkleinern. Die Fläche des Jamanxim-Nationalparks im Bundesstaat Pará soll um 350.000 Hektar und damit um 27 Prozent verringert werden, berichtete die Tagezeitung "O Globo" am Samstag.

Temer habe am Freitag einen entsprechenden Gesetzentwurf dem Kongress übergeben. Umweltschützer kritisierten, dass der wegen Korruptionsvorwürfen von einer Amtsenthebung bedrohte konservative Präsident damit offenbar Stimmen der Agrarlobby erkaufen wolle.



Die mächtige Fraktion der Agrarlobby vereint im Kongress etwa 230 Abgeordnete. Temer braucht deren Stimmen, um eine Korruptions-Klageschrift des Generalstaatsanwaltes zurückzuweisen. Sollte das Unterhaus mit Zweidrittelmehrheit seine Immunität aufheben, droht ihm eine Verurteilung und damit die Absetzung als Präsident. Temer benutze den Amazonas, um an der Macht zu belieben, kritisierte Greenpeace in einem Schreiben. "Temer regiert nur für sich, nicht für das Land." Das Projekt, mit dem das Jamanxim-Schutzgebiet verringert werden soll, sei absurd und mit hohen Folgekosten für das ganze Land verbunden.

Der Nationalpark umfasst rund 1,3 Millionen Hektar und grenzt an die vielbefahrene Bundesstraße BR-163, in der es in der Vergangenheit viele Blockaden für den Erhalt des Schutzgebietes von Indianern und Umweltschützern gab. Die Region ist bekannt für illegale Abholzungen und Landbesetzungen. Immer wieder kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Kurz vor seinem Besuch in Norwegen vor etwa einem Monat hatte Temer auf internationalen Druck hin noch ein Dekret aufgehalten, mit dem das Schutzgebiet um rund 500.000 Hektar und damit 37 Prozent verringert werden sollte. Norwegen engagiert sich in Brasilien stark für den Umweltschutz und ist der führender Geldgeber für den Amazonas-Schutzfonds.

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