Religion ist Kitt der Gesellschaft

Religion ist Kitt der Gesellschaft
Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die Rolle der Religion in der Gesellschaft gewürdigt. "In unserem Land ist Religion Kitt und nicht Keil der Gesellschaft", heißt es in einem Gastbeitrag des CDU-Politikers für die "Bild am Sonntag". Dafür würden in Deutschland "die Kirchen mit ihrem unermüdlichen Einsatz für die Gesellschaft" stehen.

Die Kirchen verbinden de Maizière zufolge "Menschen, nicht nur im Glauben, sondern auch im täglichen Leben, in Kitas und Schulen, in Altenheimen und aktiver Gemeindearbeit". Ein solcher Kitt für die Gesellschaft entstehe in "der christlichen Kirche, in der Synagoge und in der Moschee", fügte der Minister in einem "10-Punkteplan für eine deutsche Leitkultur" hinzu.

"Wir erinnern in diesem Jahr an 500 Jahre Reformation. Für die Trennung der christlichen Kirchen hat Europa, hat Deutschland einen hohen Preis gezahlt. Mit Kriegen und jahrhundertelangen Auseinandersetzungen", räumte de Maiziere ein. Deutschland sei von einem besonderen Staat-Kirchen-Verhältnis geprägt. "Unser Staat ist weltanschaulich neutral, aber den Kirchen und Religionsgemeinschaften freundlich zugewandt."

Kirchliche Feiertage prägten den "Rhythmus unserer Jahre", so de Maizière weiter: "Kirchtürme prägen unsere Landschaft. Unser Land ist christlich geprägt. Wir leben im religiösen Frieden. Und die Grundlage dafür ist der unbedingte Vorrang des Rechts über alle religiösen Regeln im staatlichen und gesellschaftlichen Zusammenleben."

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