Luther ist meistverkaufte Playmobil-Figur

Playmobil-Luther

Foto: Peter Roggenthin

Der Playmobil-Luther ist Werbebotschafter für das 500. Reformationsjubiläum und ein echter Verkaufsschlager.

Noch nie wurde eine Playmobil-Figur häufiger verkauft als die des Reformators Martin Luther (1483-1546). Seit Ende März ist auch die überarbeitete Version auf dem Markt.

Bisher seien rund 750.000 Exemplare verkauft worden, teilte ein Mitarbeiter der Nürnberger Tourismus-Zentrale auf Anfrage mit. Die Tourismus-Zentrale entwickelte die Figur gemeinsam mit der Deutschen Zentrale für Tourismus und der Spielzeugfirma geobra Brandstätter in Zirndorf. Über die Verkaufszahl hatte zunächst die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Der Playmobil-Luther wurde vor zwei Jahren als Werbebotschafter des Reformationsjubiläums 2017 auf den Markt gebracht und wurde unerwartet zum Verkaufsschlager. Die erste Lieferung von 34.000 Stück war bereits nach 72 Stunden vergriffen. In den Produktionsstätten in Malta wurde sofort umdisponiert, um eine schnelle Nachproduktion zu gewährleisten.

Und das, obwohl sich an dem Miniatur-Luther sogar ein Streit entbrannt hatte: Kritiker störten sich an dem Wort "ENDE" auf der von dem Männchen aufgeschlagenen linken Bibelseite. Dort hieß es: "Bücher des Alten Testaments ENDE", auf der rechten Seite: "Das Neue Testament übersetzt von Doktor Martin Luther".

Überarbeitete Auflage seit März auf dem Markt

Der jüdische Frankfurter Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik hatte in einem Zeitungsbeitrag kritisiert, dass die Figur das Alte Testament, also die Hebräische Bibel, für beendet und überwunden darstelle. Das hätten Antisemiten bis hin zu den "Deutschen Christen" im Nationalsozialismus getan. Der hessen-nassauische Kirchenpräsidenten Jung hatte erklärt, auch ihn irritiere das Wort "Ende". Es könne so verstanden werden, dass das Alte Testament durch das Neue Testament abgelöst und damit abgewertet werde.

Deswegen kündigte die Tourismus-Zentrale Ende 2016 an, das Wort solle bei der neuen Auflage entfallen. Tatsächlich wird seit dem 20. März 2017 die überarbeitete Figur ohne "ENDE" verkauft, wie der Sprecher der Zentrale bestätigte. Vom neuen Playmobil-Luther seien bereits 50.000 Stück verkauft worden. 

Auch der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm outete sich in der vergangenen Woche als Fan des kleinen Playmobil-Luthers. Die Figur sei kein Klimbim oder irgendein Fan-Artikel, wie manche Kritiker behaupteten, sagte Bedford-Strohm in seinem Bericht am Montag vor der Landessynode in Coburg. Wo immer er auch in der Welt unterwegs sei - sei es in Südafrika oder Ruanda - überall begegne ihm die Playmobil-Figur.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.