Osterei-Suche umbenannt: Kirche von England empört

Zerbrochenes Osterei

Foto: Stockbyte/thinkstock

Auf Eier-Jagd anstatt auf Ostereier-Suche: die Schokoladeneier von Cadbury sind zwischen Neujahr und Ostern in Großbritannien ein Verkaufsschlager.

Osterei-Suche umbenannt: Kirche von England empört
Der Schokoladenhersteller Cadbury und die gemeinnützige Organisation National Trust haben ihre traditionelle Osterei-Suche umbenannt: Der Ausdruck "Ostern" kommt nicht mehr vor. Das stößt auf scharfe Kritik aus Kirche und Politik.
04.04.2017
Lynn Osselmann
evangelisch.de

Das Weglassen des Begriffs "Ostern" im Namen der traditionellen Osterei-Suche des Schokoladenherstellers Cadbury sorgt in Großbritannien für Aufregung: Die Kirche von England warf den Organisatoren Medienberichten zufolge vor, damit "jede Spur des Glaubens von Ostern" zu beseitigen. Die Veranstaltung, die jährlich in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation National Trust stattfindet, wurde in diesem Jahr erstmals als "Cadbury's Great British Egg Hunt" (Cadburys große britische Eier-Jagd) beworben. Bislang hieß sie "Easter Egg Trail" (Osterei-Pfad) - das christliche Fest trug sie damit im Namen.

Die Ostereier-Suchen finden bereits seit zehn Jahren in Partnerschaft mit dem Schokoladenhersteller statt. Der National Trust, der Objekte aus dem Bereich der Denkmalpflege und des Naturschutzes in England, Wales und Nordirland betreut, stellt dafür über das Osterwochenende einige seiner Grundstücke im ganzen Land zur Verfügung.

Gründer Cadbury war Quäker

Der Erzbischof von York, John Sentamu, fand einem Bericht des BBC zufolge deutliche Worte: Die Veranstaltung in "Cadbury Egg Hunt"  umzubenennen, sei wie auf das Grab des christlichen Gründers John Cadbury zu spucken. Cadbury, der Quäker war, sei für seine religiösen Überzeugungen bekannt gewesen und hätte nicht geduldet, das Wort Ostern wegzulassen.

Wenn man die sogenannte "Cadbury World", besuchen würde, entdecke man, "wie Cadburys christlicher Glaube seine industrielle Produktion beeinflusst hat", zitiert der Nachrichtensender den Erzbischof weiter. Das Ausflugsziel "Cadbury World" in Birmingham bringt seinen Besuchern die Geschichte der Schokolade und der Firma näher. Ein Sprecher der Kirche sagte, die Marketingkampagne schade nicht nur den Cadburys: "Sie betont den Unsinn, jede Spur des Glaubens von Ostern zu beseitigen."

Der Schokoladenhersteller wies die Vorwürfe dem Bericht zufolge zurück: Das Wort Ostern werde deutlich auf den Verpackungen und bei der Vermarktung benutzt. Den Ausdruck "Ostern" verwende man seit über 100 Jahren im Marketing und werde es auch in den laufenden Kampagnen tun. "Wir laden Menschen jeden Glaubens und jene ohne Glauben ein, unsere saisonalen Leckereien zu genießen", hieß es weiter.

Ein Sprecher des National Trust sagte, es sei "Quatsch, anzudeuten, dass der National Trust die Bedeutung von Ostern herunterspielt." Er verwies auf die Website der Organisation, auf der "dutzende Referenzen zu Ostern" zu sehen seien.

Kritik kam auch von Premierministerin Theresa May. Sie sagte dem Fernsehsender ITV News, sie sei nicht nur Pfarrerstochter sondern auch Mitglied des National Trust: "Ich denke die Haltung, die sie einnehmen, ist absolut lächerlich. Offengesagt weiß ich nicht, was sie sich dabei denken." Ostern sei ein wichtiges Fest für den christlichen Glauben von Millionen Menschen auf der ganzen Welt.