Kirche kritisiert deutsche Absage für Atomwaffenverhandlungen

Kirche kritisiert deutsche Absage für Atomwaffenverhandlungen
Der evangelische Friedensbeauftragte Renke Brahms kritisiert die Entscheidung der Bundesregierung, nicht an den Verhandlungen der Vereinten Nationen über ein Verbot von Atomwaffen teilzunehmen.

"Hier hat die Bundesregierung eine Chance vergeben, ein deutliches Zeichen für eine weltweite Ächtung dieser Massenvernichtungsmittel zu setzen", erklärte Brahms am Mittwoch in Bonn. Die Verhandlungen sollen am Montag in New York beginnen. Im Dezember hatte sich die UN-Generalversammlung für Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot ausgesprochen. Die Atommächte USA, Russland, Frankreich und Großbritannien stimmten dagegen. Auch Deutschland votierte gegen die Resolution und begründete dies damit, dass diese vier Atommächte an dem Verhandlungsprozess nicht teilnehmen. Ohne die Einbeziehung dieser Länder seien aber keine Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung möglich.

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<p>Der 4. kirchliche <a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/157830/07-07-2019/750-menschen-bei-christlichem-aktionstag-gegen-atomwaffen-buechel" target="_blank">Aktionstag gegen Atomwaffen am Fliegerhorst Büchel</a> in der Eifel beginnt am 3. Juli mit einer Schweigeminute um 11.58 Uhr. Im Anschluss predigt&nbsp;der Präsident von Pax Christi Deutschland, der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, in einem ökumenischen Gottesdienst, wie der <a href="https://www.evangelische-friedensarbeit.de/" target="_blank">Verein für Friedensarbeit</a> im Raum der <a href="http://www.ekd.de" target="_blank">Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)</a>&nbsp;in Bonn ankündigte. Die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, der Geistliche Beirat von Pax Christi Deutschland, Diakon Horst-Peter Rauguth, und Ulrich Suppus von der Hunsrücker Friedensbewegung wirken mit. Am Fliegerhorst Büchel sollen die letzten US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland lagern.&nbsp;</p>

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<p>Zur Teilnahme am Gottesdienst ist coronabedingt die Teilnehmerzahl begrenzt und eine Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltung solle aber auch in einem Livestream zu sehen sein. Die für den Aktionstag vorgesehenen Kultur- und Redebeiträge könnten vorab als kurze Videos auf der Internetseite des kirchlichen Aktionstages abgerufen werden.&nbsp;2020 musste der kirchliche Aktionstag coronabedingt komplett virtuell stattfinden. Kohlgraf und die westfälische Präses Kurschus hielten Grußworte.</p>

<p>Die verantwortliche Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“ hat sich im Dezember 2017 auf Initiative des badischen Forums Friedensethik gebildet. Ihr gehören den Angaben zufolge derzeit Christ:innen&nbsp;aus den evangelischen Landeskirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, Westfalen, dem Rheinland und Württemberg sowie Mitglieder der katholischen Friedensbewegung Pax Christi an.</p>

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"Auch wenn die Atomwaffenstaaten nicht an diesen Verhandlungen teilnehmen, hätte Deutschland dennoch ein deutliches Signal an die Weltgemeinschaft senden können", kritisierte Brahms. Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hält Verhandlungen über ein weltweites Verbot von Atomwaffen für überfällig. "Genauso wie chemische und biologische Waffen gehören atomare Massenvernichtungsmittel geächtet", unterstrich Brahms, der auch leitender Geistlicher der Bremischen Evangelischen Kirche ist.

Mit Sorge betrachte er, das die USA und Russland ihr Nuklearwaffenarsenal ausbauen wollten, sagte Brahms. "Diese Entwicklung ist besorgniserregend, es droht ein neuer nuklearer Rüstungswettlauf", warnte der EKD-Friedensbeauftragte. Nicht zuletzt deshalb seien baldige nukleare Abrüstungsschritte wichtig.