Bayrischer Diakoniepräsident beklagt Abschiebung integrierter Flüchtlinge als Dummheit

Der Präsident des Diakonischen Werks Bayern, Michael Bammessel.

Foto: dpa/Daniel Karmann

Michael Bammessel

Bayrischer Diakoniepräsident beklagt Abschiebung integrierter Flüchtlinge als Dummheit
Deutschland werde "doch nicht so dumm sein", Menschen, die hier angekommen sind und Steuern zahlen "aus dem Land zu werfen", sagte Diakoniepräsident Michael Bammessel am Montagabend im Nürnberger Presseclub. Derzeit wird in Bayern über den Fall des Asylbewerbers Shakib Pouya aus Augsburg diskutiert, der in dieser Woche in sein Heimatland zurückkehren soll, obwohl er berufstätig ist und gut deutsch spricht.

Auf längere Sicht werde die Zuwanderung junger Menschen dem Land nützen, führte Bammessel weiter aus. Mit Blick auf die gestiegene Zahl der Pflegebedürftigen in der Bundesrepublik sagte er: "Wir werden noch froh sein um diese Menschen, wir brauchen Pflegekräfte."

Bammessel warnte davor in der Asylpolitik "im ersten Jahr nach dem deutschen Flüchtlingsherbst" Erfolge kaputtzureden. Der Staat habe es geschafft, 156.000 Flüchtlingskindern in Schulen unterzubringen und die Diakonie habe ihre Plätze in der Jugendhilfe für jugendliche Flüchtlinge ohne Eltern auf 3.700 mehr als verdoppelt.

Bammessel sprach sich dafür aus, Zuwanderung durch ein Gesetz besser zu steuern. Diese Steuerung dürfe aber nicht nur dem Gewinnen von Fachkräften dienen, sondern sollte humanitäre Komponenten berücksichtigen, "denn wir sind ein starkes Land".