Bis zu 200 Tote bei Kircheneinsturz in Nigeria befürchtet

Bis zu 200 Tote bei Kircheneinsturz in Nigeria befürchtet
Beim Einsturz einer Kirche in Nigeria sind am Wochenende Medienberichten zufolge möglicherweise bis zu 200 Menschen ums Leben gekommen. Während eines Gottesdienstes sei zuerst das Dach und danach das ganze Gebäude eingestürzt, berichtete die lokale Zeitung "Vanguard" am Sonntag. Mehrere hundert Menschen hatten sich zu diesem Zeitpunkt zur Ordination eines Bischofs in der Kirche versammelt.

Die genaue Zahl der Opfer war zunächst unklar, Medien berichteten von mindestens 60 und bis zu 200 Toten. Das Gebäude war offenbar neu gebaut worden und sollte für die Feierlichkeiten am Wochenende fertiggestellt  werden. Die Kirche in der Stadt Uyo im Südosten des Landes habe rund 10.000 Menschen Platz bieten sollen. Augenzeugen berichteten, etwa 20 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes sei das Dach eingestürzt.

Aufnahmen vom Unglücksort zeigen lange Eisengerüste und eine blaue Zeltplane, unter denen die Kirchenbesucher begraben wurden. Der Gründer der Kirche, Akan Weeks, der zum Bischof der Freikirche "Reigners Bible Church" erhoben werden sollte, habe das Unglück überlebt, hieiß es. Auch der Gouverneur der Provinz Akwa Ibom, Udom Emmanuel, verließ das Gebäude Medienberichten zufolge nur leicht verletzt.

Mehr zu Nigeria
Altar in Kirche nach dem Anschlag in Owo/Nigeria
Die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, hat sich erschüttert über den Anschlag auf einen Pfingstgottesdienst in Nigeria mit zahlreichen Toten gezeigt.
Nationales Ökumenisches Zentrum in Nigeria
Das am Sonntag entführte Oberhaupt der methodistischen Kirche in Nigeria ist nach Angaben der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland (EmK) wieder frei.

Die "Reigners Bible Church" ist nach eigenen Angaben eine der am schnellsten wachsenden Kirchengemeinden in der Region. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land in Afrika und hat die größte christliche Gemeinschaft des Kontinents. Etwa die Hälfte der Bevölkerung sind Muslime. 45 Prozent sind Christen, die oft evangelikalen oder Freikirchen.