Reformationsjubiläum als Chance für Kulturtourismus

Das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr kann nach Ansicht von staatlichen Vertretern dem Qualitäts- und Kulturtourismus in Ostdeutschland einen Schub geben.

Es gehe um "mehr und vielfältigeren und auch qualitativen Tourismus, nicht Massentourismus", sagte Natàlia Garcia von der Thüringer Landgesellschaft am Donnerstag in Brüssel über das Projekt Europäische Kulturroute der Reformation. Dabei stehe eine "Art von langsamem Reisen" im Vordergrund, nicht "Menschen, die eine Kirche besichtigen und dann zur nächsten gefahren werden".

An der Kulturroute (European Cultural Route of Reformation) sind Stellen aus mehreren Staaten Mitteleuropas beteiligt. Vorbereitet wird das Projekt von der Thüringer Landgesellschaft, die zum Freistaat Thüringen gehört.



Der Tourismus im Allgemeinen sei einer der wenigen Wirtschaftszweige mit ansehnlichem Wachstum, sagte Carlo Corazza von der EU-Kommission, die das Projekt bezuschusst. Der Kulturtourismus mache rund ein Drittel dieses Wirtschaftszweiges aus, erläuterte er. "Religiöser Tourismus wächst auch sehr schnell", fügte er bei der Veranstaltung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Freistaats Thüringen in Brüssel hinzu.

Eine Herausforderung für die ländlichen Gegenden seien noch Gastronomie und Hotellerie, sagte Babette Winter, thüringische Kulturstaatssekretärin. Denn Kulturreisende seien anspruchsvoller als zum Beispiel Wanderer. Zugleich betonte Winter, dass ihre Regierung das Reformationsjubiläum als kulturelles Ereignis unterstütze, aber nicht als religiöses. Es gehe dem Staat neben der Tourismusförderung darum, das Erbe der Reformation deutlich zu machen, beispielsweise Luther als Vater der modernen deutschen Sprache zu zeigen. Es gehe nicht darum, mit Steuergeldern der Kirche neue Mitglieder zuzuführen, sagte Winter.

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Wo Luther lebte und wirkte
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