Integrationsbeauftragte der Union gegen Burkaverbot

Integrationsbeauftragte der Union gegen Burkaverbot
In der CDU gibt es Widerspruch zu Forderungen aus der Unionsspitze, die Burka in Deutschland zu verbieten. "Die Praxis in Frankreich zeigt, dass ein Burkaverbot nicht mehr Sicherheit bietet", sagte die Integrationsbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Cemile Giousouf, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Mittwochsausgaben). "Ich bin gegen die Burka, aber sie ist nicht das Kernproblem, sondern ein extremistisches Religionsverständnis."

Dessen Ursachen müssten bekämpft werden, forderte die CDU-Abgeordnete. "Wir sollten unsere Energie in mehr Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen und Bildung stecken." Auch die Islamverbände seien in der Pflicht, den jungen Menschen eine religiöse Heimat zu bieten, damit sie nicht Extremisten in die Falle gingen.

Giousouf widersprach auch ihrem Parteikollegen Jens Spahn, der Muslimen eine verklemmte Sexualmoral vorwirft und zum Nacktduschen im Fitnessstudio rät. Der Vorschlag sei "zutiefst irritierend. Zur Freiheit in Deutschland gehört, dass jeder selbst entscheiden kann, wie er duscht".

Die Basis des Zusammenlebens sei das Grundgesetz. "Das sollten wir auch als Abgeordnete vermitteln", sagte Giousouf. Andernfalls werde die Entfremdung zwischen Einwanderern und Mehrheitsgesellschaft zunehmen. "Solange deutsche Parteien den Migranten kein Zugehörigkeitsgefühl vermittelten, haben es Politiker wie Erdogan oder Putin leicht, sie für sich einzunehmen."

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