Theologieprofessor: Kirche steht neuen Medien zu negativ gegenüber

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Theologieprofessor: Kirche steht neuen Medien zu negativ gegenüber
Die evangelische Kirche steht dem Umgang mit neuen Medien nach Ansicht des Greifswalder Religionswissenschaftlers Roland Rosenstock zu negativ gegenüber.

"Um dem sozialen Wandel gerecht zu werden, ist eine Veränderung in der Haltung notwendig", sagte der Professor für Praktische Theologie zum Abschluss der Tagung "Mediatisierung und religiöse Kommunikation" am Freitag in Greifswald. Es gebe kaum handlungsorientierte kirchliche Angebote für Kinder und Erwachsene, die in diesem Bereich Kompetenzen förderten.

Kirchliche Pressearbeit vermittle zurzeit hauptsächlich "das Image von Institutionen", sagte Rosenstock. Außerdem gebe es "eine Klerikalisierung der Medien, die zu sehr auf die Bischöfe als Amtsträger ausgerichtet ist". Gebraucht werde eine Kirche, die Inhalte vermittle.

Rosenstock plädierte für eine "mediensensible" Kirche, in der der Umgang mit neuen Medien bereits fester Bestandteil der theologischen Ausbildung ist. Das Internet als sozialer Raum bilde die Lebenswirklichkeit der Menschen ab. Die Kirche dagegen hänge noch zu sehr an den klassischen Medien wie dem Fernsehen, "obwohl das überholt ist". Das bewegte Bild im Internet sei "das Medium der Zukunft". Dort müsse die Kirche ihre Geschichten erzählen.

In der Kirche sei eine Rückbesinnung darauf nötig, dass Medienkompetenz vermittelt werden müsse. "Dazu muss die Kirche wieder mehr Geld zur Verfügung stellen", forderte Rosenstock. Seit Mittwoch hatten sich in Greifswald Wissenschaftler mit dem Wandel der Medien und dem gesellschaftlichen Umgang damit beschäftigt.

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