Theologe Dabrock neuer Vorsitzender des Ethikrats

Peter Dabrock

Foto: NN/Ralf Roedel

Prof. Dr. Peter Dabrock

Der evangelische Sozialethiker Peter Dabrock ist neuer Vorsitzender des Deutschen Ethikrats. Der Professor für systematische Theologie an der Universität Erlangen-Nürnberg wurde am Donnerstagabend an die Spitze des beratenden Gremiums gewählt.

Stellvertretende Vorsitzende wurden die Neurowissenschaftlerin Katrin Amunts, der Heidelberger Psychologe und Gerontologe Andreas Kruse sowie die Medizinethikerin Claudia Wiesemann. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) begrüßte die Wahl Dabrocks am Freitag.

Der Ethikrat war zu Beginn seiner neuen vierjährigen Amtszeit in Berlin in neuer Besetzung zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Von den 26 Mitgliedern sind 14 von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) neu berufen worden. Zwölf gehörten dem Gremium bereits in der vergangenen Amtszeit an. Jeder Vertreter darf für maximal eine weitere Amtszeit wiedergewählt werden.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm erklärte: "Ich freue mich sehr über die Wahl von Peter Dabrock und kann dem Deutschen Ethikrat zu diesem Vorsitzenden nur gratulieren. Wie kaum ein anderer weiß Dabrock Sachkompetenz und ethische Orientierung miteinander zu verbinden." Dass ein so profilierter evangelischer Ethiker zum Vorsitzenden des Ethikrats gewählt worden sei, zeige auch die Relevanz einer öffentlichen Theologie, die klare ethische Grundorientierungen mit ausgeprägter Diskursoffenheit verbinde.

Dabrock bezeichnete seine Wahl als "Ehre und Herausforderung zugleich". In seiner ersten Sitzung sprach der Ethikrat auch über künftige Themen. Der neue Vorsitzende sagte, auch wenn sich erst zeigen müsse, mit welchen Themen sich das Gremium im Einzelnen beschäftigen werde, stünden sicher intensive Debatten an. Als Beispiel nannte er den verantwortungsvollen Umgang mit der Big-Data-Technologie, "die immer mehr Lebensbereiche durchdringt".

Neben Dabrock vertritt Bischof Martin Hein die evangelische Kirche

In der vergangenen Amtszeit hatte sich der Ethikrat unter anderem mit der kontrovers diskutierten Frage der religiös motivierten Beschneidung, der Sterbehilfe, dem Inzestverbot, Umgang mit Killerviren und Embryonenspenden beschäftigt.

Dem Ethikrat gehören Vertreter aus Medizin, Recht, Naturwissenschaften, Ethik und Kirchen an. Das Gremium berät ethisch umstrittene Fragen und legt der Politik Empfehlungen vor. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Fraktionen im Bundestag und der Bundesregierung benannt und von Bundestagspräsident Lammert berufen. Dabrock wurde von der CDU/CSU-Fraktion vorgeschlagen. Neben ihm vertritt der kurhessische Bischof Martin Hein die evangelische Kirche. Die Theologen Andreas Lob-Hüdepohl und Franz-Josef Bormann sind als Vertreter der katholischen Kirche in dem Gremium.

Der 1964 geborene Dabrock lehrt systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik an der Universität Erlangen. Er gehört dem Ethikrat bereits seit 2012 an und war bisher stellvertretender Vorsitzender. Dabrock ist von der CDU/CSU-Fraktion für den Ethikrat vorgeschlagen worden. Dabrock arbeitet in der Evangelischen Kirche in Deutschland in der Kammer für öffentliche Verantwortung mit. Der Hochschullehrer ist auch Vorstandsmitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer.