Weltausstellung in Wittenberg zeigt auch Flüchtlingsboote

Weltausstellung in Wittenberg zeigt auch Flüchtlingsboote
Sachsen-Anhalt und Thüringen hoffen auf Gäste in Reformationsorten
"Die volle Wucht der Reformation" lautet das Motto einer neuen Internetpräsenz zur den drei Nationalen Sonderausstellungen, die 2017 in Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen zum 500. Jubiläum des Thesenanschlags von Martin Luther geplant sind. Der Slogan der Website passte auch gut zu der am Mittwoch gestarteten Internationalen Tourismusbörse (ITB): Auf der weltgrößten Reisemesse wurde ein üppiges Veranstaltungsprogramm zum Jubiläumsjahr präsentiert.

Noch vor dem offiziellen Jubiläumsstart am 31. Oktober 2016 soll in Wittenberg das Riesenrundbild "Luther 1517" des Künstlers Yadegar Asisi enthüllt werden. In dem kreisförmigen Bau können Besucher dann auf mehreren Etagen die Reformation auf einem 360-Grad-Rundgang entdecken. Fünf Jahre lang solle das Panorama bestehen bleiben, sagte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, auf der ITB.

Auch die Weltausstellung Reformation, die vom 20. Mai bis 10. September 2017 in Wittenberg stattfindet, dürfte zu einem der Veranstaltungshöhepunkte zählen. Die Flüchtlingskrise soll dabei eine Rolle spielen, wie Käßmann erklärte. In den 16 Themenwochen der Schau werde es um Themen wie Globalisierung, Europa oder Frieden gehen, die mit der Flüchtlingskrise im Zusammenhang stehen. Geplant ist zudem, zwei große Original-Flüchtlingsboote aus dem Mittelmeer aufzustellen. Während der Weltausstellung sollen die Schiffe von Asylsuchenden umgearbeitet werden.

Wissensspeicher und Schatzkammer

Zugleich betonte die frühere EKD-Ratsvorsitzende Käßmann, dass nun der Countdown zum 500. Reformationsjubiläum 2017 begonnen habe. Weltweit würden die Vorbereitungen mit großer Neugier verfolgt. Vor allem aus Asien und Nordamerika würden 2017 zahlreiche Gäste erwartet, erklärte Käßmann. Mit Blick auf Deutschland verwies sie darauf, dass Umfragen zufolge 23 Prozent der Menschen aus den alten Bundesländern bislang noch nie in Ostdeutschland gewesen seien. "Spätestens 2017 sollten Sie in den Osten reisen", sagte Käßmann.

Auch der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten, Stefan Rhein, erklärte: "Wittenberg wird eine große Bühne." Rhein präsentierte die am Mittwoch freigeschaltete Internetseite "Die volle Wucht der Reformation" unter der Adresse www.3xhammer.de, auf der Informationen zu den drei vom Bund geförderten Sonderausstellungen zum Reformationsjubiläum gebündelt sind. In Berlin präsentiert das Deutsche Historische Museum die Schau "Der Luthereffekt" vom 12. April bis 5. November 2017. Auf der Wartburg in Eisenach wird die Ausstellung "Luther und die Deutschen" vom 4. Mai bis 5. November 2017 gezeigt.



In Wittenberg ist die Sonderausstellung "Luther! 95 Schätze - 95 Menschen" vom 13. Mai bis 5. November 2017 zu sehen. Auf insgesamt rund 3.000 Quadratmetern soll hier Reformationsgeschichte präsentiert werden - unter anderem im Lutherhaus sowie dem Augusteum, einem der deutschlandweit besterhaltenen Universitätsgebäude des 16. Jahrhunderts, wie Rhein betonte.

Neben Wittenberg bereiten sich auch andere Städte in Sachsen-Anhalt auf das Großereignis vor. So soll in Zerbst erstmals nach 500 Jahren wieder das historische Prozessionsspiel aufgeführt werden. Die Stadt Halle will sich als "Wissensspeicher der Reformation" präsentieren, Dessau-Roßlau als "Schatzkammer der Reformation". Auch in Magdeburg, Zeitz und anderen Orten gibt es jede Menge Reformationsgeschichte.

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