Hilfsorganisation: Grenzschließungen für Kinder katastrophal

Ein Kind steckt ein Blume an den Grenzzaun zwischen Griechenland und Mazedonien, Idomeni, Griechenland.

Foto: dpa/Simela Pantzartzi

Allein im Lager Idomeni an der griechischen Grenze zu Mazedonien sollen mindestens 2.500 Kinder unter den mehr als 7.000 Flüchtlingen sein.

Hilfsorganisation: Grenzschließungen für Kinder katastrophal
Angesichts der Grenzschließungen auf dem Balkan hat die Hilfsorganisation "Save the Children" vor verheerenden Folgen für allein reisende Kinder unter den Flüchtlingen gewarnt.
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Minderjährige ohne Familien müssten sich häufig entscheiden, ob sie "das wenige Geld, das ihnen noch zur Verfügung steht, für Essen oder für Schlepper ausgeben", erklärte das Hilfswerk am Mittwoch in Berlin.

Die Kinder würden bei ihrer Ankunft in Griechenland und ihrer Reise über die Transitländer zudem nicht als besonders gefährdet eingestuft, kritisierte die Organisation. "Deshalb sind sie einem erhöhten Risiko von Missbrauch, Ausbeutung und Verschleppung ausgesetzt." Schleuser nutzten Frustration und Verwirrung inmitten der Grenzschließungen aus und böten andere riskante und teure Routen an.



"Die europäischen Regierungen sind derart mit der Sicherung ihrer Grenzen beschäftigt, dass sie den Schutz der betroffenen Menschen vergessen", erklärte "Save the Children". Die Antwort auf die Bitte um Schutz bestehe darin, "Türen zu schließen und sich hinter Mauern und Zäunen zu verschanzen". Damit verstoße Europa gegen die Flüchtlingskonvention und das internationale Menschenrecht.

Allein im Lager Idomeni an der griechischen Grenze zu Mazedonien sind nach Angaben der Organisation mindestens 2.500 Kinder unter den mehr als 7.000 Flüchtlingen. Das Camp sei maßlos überfüllt, Tausende von Familien müssten mit Handtüchern auf schlammigen Feldern schlafen. Zum Schutz vor Kälte müssten die Menschen Plastik, Kleidung und Müll verbrennen.

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