Nordkirche will Segnung von homosexuellen Paaren ermöglichen

Die evangelische Nordkirche will den Weg frei machen für Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare. Sie sollen sich grundsätzlich in einem öffentlichen Gottesdienst segnen lassen können, sagte der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn vor der Landessynode. Pastoren sollen aber aus Gewissensgründen eine Segnung ablehnen können.

Die evangelische Nordkirche will den Weg frei machen für Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare. Der Bischofsrat habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass sich homosexuelle Paare grundsätzlich in einem öffentlichen Gottesdienst segnen lassen können, sagte der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn am Samstag vor der Landessynode (Kirchenparlament) in Lübeck-Travemünde. Pastoren sollen aber aus Gewissensgründen eine Segnung ablehnen können. Das entsprechende Gesetz soll im Herbst beraten und später beschlossen werden.

Bislang sind Segensgottesdienste für homosexuelle Paare nach einer alten Regelung der früheren nordelbischen Kirche möglich, wenn Gemeinde und vorgesetzte Stellen dies befürworten. "Was vorher Ausnahme war, soll zur Regel werden", sagte von Maltzahn. Nach den aktuellen Plänen soll die neue Partnerschaft als Amtshandlung wie eine Trauung in das Kirchenbuch eingetragen werden. Auch Ringe können vor dem Altar getauscht werden. Der Segen für homosexuelle Paare, so der Bischof, habe keine andere Qualität als für gemischtgeschlechtliche Paare. 

Die 20 evangelischen Kirchen in Deutschland gehen sehr unterschiedlich mit gleichgeschlechtlichen Paaren um. Während die rheinische Kirche und die Kirche in Hessen und Nassau Segnungen der Trauung heterosexueller Paare gleichstellen, lehnt die Landeskirche Sachsens Segnungen homosexueller Paare prinzipiell ab. Die meisten Kirchen erlauben Segnungen in Gottesdiensten, in Baden, Schaumburg-Lippe und in der württembergischen Landeskirche ist dies jedoch nicht möglich.