EKD-Ratsvorsitzender sieht Obergrenzen für Flüchtlinge kritisch

Der bayrische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei der Synodentagung der EKD im Novemeber 2015 in Bremen.

Foto: epd-bild/Norbert Neetz

Man dürfe Verantwortungsethik und Gesinnungsethik nicht gegeneinander ausspielen, sagt Heinrich Bedford-Strohm.

EKD-Ratsvorsitzender sieht Obergrenzen für Flüchtlinge kritisch
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich kritisch zu Forderungen nach Obergrenzen für Flüchtlinge geäußert.
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Er erwarte von der Politik eine Antwort auf die Frage, "was passiert, wenn ein Land nach dem anderen die Grenzen schließt", sagte Bedford-Strohm am Mittwoch im "mittagsmagazin" des ZDF.

"Dann stauen sich die Menschen zurück", und die Gefahr sei groß, dass wieder viele im Meer ertrinken oder nach Syrien zurückgeschickt werden, wo sie von Bomben getötet werden. Diese Fragen müssten mit einbezogen werden, "wenn wir über Obergrenzen diskutieren", sagte der Theologe nach der Ankündigung Österreichs, die Aufnahme von Flüchtlingen massiv zu begrenzen.

Der EKD-Ratsvorsitzende warnte, man dürfe "Verantwortungsethik und Gesinnungsethik nicht gegeneinander ausspielen". Bedford-Strohm: "Jede Verantwortung hat auch eine Gesinnung." Der Verantwortungshorizont dürfe nicht "an unseren eigenen nationalen Grenzen enden". Das sei eine wesentliche christliche Grundhaltung. Entscheidend sei, dass eine christliche Grundorientierung und die "sachlich wirklich funktionsfähigen Lösungen" zusammenkommen.



"Die Situation ist schwierig", sagte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. Es müsse nach Wegen gesucht werden, dass weniger Menschen kommen, "ohne dass die einfach sich selbst überlassen werden". Die Kirchen in Europa wollten sich an einer Lösung beteiligen, fügte er hinzu. Das betreffe auch die Kirchen in den Ländern, die wenige oder kaum Flüchtlinge aufnehmen. Alle müssten die Lasten miteinander tragen, betonte der EKD-Ratsvorsitzende.

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