SPD-Chef Gabriel warnt vor Missgunst in der Mitte der Gesellschaft

SPD-Chef Gabriel warnt vor Missgunst in der Mitte der Gesellschaft
SPD-Chef Sigmar Gabriel will verhindern, dass in der Sozialpolitik Flüchtlinge gegen bereits in Deutschland lebende Menschen ausgespielt werden.

Die Politiker müssten verhindern, dass sich ein Satz wie "Für die Flüchtlinge macht ihr alles, für uns nichts" in die "Mitte der Gesellschaft frisst", sagte Gabriel der "Bild am Sonntag". Deshalb fordere die SPD zum Beispiel 80.000 zusätzliche Kita-Plätze und 20.000 weitere Erzieher-Stellen "Das hilft Flüchtlingskindern genauso wie allen anderen Kindern und Familien", sagte der Vizekanzler.

Mehr zu Flüchtlinge
Zwei Bildschirme leuchten im Dunkeln
Der Ohrenweide-Podcast: Helge Heynold liest den Text "Vor Bildschirmen" von Birgit Mattausch.
Rettungsschiff im Ozean
Mut zur Menschlichkeit oder Ermutigung für Schlepper? Menschen menschlich zu behandeln und zugleich die eigenen Grenzen zu schützen, darauf hat die Europäische Union noch immer keine Antwort gefunden.

Fünf SPD-Spitzenpolitikerinnen hatten am Dienstag in Berlin einen "Integrationsplan Deutschland" vorgestellt und dafür jährlich fünf Milliarden Euro zusätzlich zur Integration der Flüchtlinge gefordert.

Gabriel betonte, dass es für 80 Millionen Deutsche grundsätzlich möglich sei, eine Million Flüchtlinge zu integrieren. Das Problem sei die Geschwindigkeit, in der die Menschen kämen: "Aber das Tempo halten wir nicht auf Dauer durch, wenn wir die Menschen anständig unterbringen und integrieren wollen."  Deshalb sei im Jahr 2016 ein "Neustart der Flüchtlingsaufnahme mit festen Kontingenten" nötig. Zudem setzt der SPD-Chef auf die Hilfe der Türkei bei der Sicherung der EU-Außengrenzen.