US-Arzt Catena fordert mehr Hilfe für Konfliktgebiete im Sudan

US-Arzt Catena fordert mehr Hilfe für Konfliktgebiete im Sudan
Der US-amerikanische Arzt Tom Catena hat mehr Aufmerksamkeit und Hilfe für die Menschen im Süden des Sudan gefordert. In der sudanesischen Region Süd-Kordofan herrschten seit 2011 Unruhen und Grenzstreitigkeiten, sagte Catena am Freitag im niederrheinischen Tönisvorst. Seit Mai 2014 werde das Gebiet in den Nuba-Bergen immer wieder bombardiert.

"Das Volk soll ausgehungert und demoralisiert werden", berichtete der Arzt, den das "Time"-Magazin in diesem Jahr zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt zählte. So wolle der sudanesische Präsident Omar al-Baschir weitere Aufstände verhindern und die Menschen aus ihrer Heimat vertreiben.

Catena berichtete auf Einladung des Medikamentenhilfswerks action medeor von der Situation im Süden des Sudan. Auch das Mother-of-Mercy-Hospital in Gidel, in dem Catena als einziger noch verbliebener Arzt arbeitet, war nach seinen Worten Ziel eines Bombenangriffs. Nur mit viel List und logistischem Geschick gelinge es, Lebensmittel zu den Menschen zu bringen. "Was uns aber völlig fehlt, sind die Basics eines Krankenhauses wie Verbandszeugs, Mullwickel, Brandsalben, Medizin und Impfstoffe", beklagte Catena.

action medeor unterstützt das Mother-of-Mercy-Hospital den Angaben zufolge bereits seit 2010. Hilfslieferungen im Wert von 67.000 Euro seien seitdem an die Klinik geschickt worden, die als einziges Krankenhaus die rund 750.000 Menschen in den Nuba-Bergen medizinisch versorgt. Bernd Pastors, Geschäftsführer des Medikamentenhilfswerks, sicherte weitere Unterstützung zu. Für seinen Einsatz erhielt Tom Catena am Freitag in Bochum den mit 10.000 Euro dotierten Hans Reinhardt-Preis der Hilfsorganisation Aktion Canchanabury.

In mehreren Regionen des Sudan ist die Bevölkerung brutaler Gewalt von Rebellen und Regierungstruppen ausgesetzt. Besonders schlimm ist die Lage in der Region Darfur, der Provinz Süd-Kordofan mit den Nuba-Bergen und der Provinz Blue Nile. Die Kämpfe zwischen Rebellengruppen haben sich dort nach UN-Angaben in den vergangenen zwei Jahren verschärft.

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