Wechsel beim Zentralkomitee der Katholiken

Thomas Sternberg und Maria Flachsbarth

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Thomas Sternberg (li) und Maria Flachsbarth bewerben sich um die Nachfolge von Präsident Alois Glück.

Wechsel beim Zentralkomitee der Katholiken
Zwei Bewerber für Nachfolge von Präsident Alois Glück
An der Spitze des Zentralkomitees der deutschen Katholiken steht am heutigen Freitag ein Wechsel an. Die Vollversammlung der katholischen Laienorganisation entscheidet in Bonn über die Nachfolge von Präsident Alois Glück. Mit der Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth und dem nordrhein-westfälischen Landtagsmitglied Thomas Sternberg (beide CDU) gibt es erstmals zwei Bewerber. Der neue Präsident des Zentralkomitees wird für zwei Jahre gewählt und muss von den Bischöfen bestätigt werden.

Der 75-Jährige CSU-Politiker Glück war seit 2009 Präsident des Zentralkomitees. Als die katholische Kirche durch die Missbrauchsfälle eine schwere Vertrauenskrise erlebte, setzte er sich beharrlich für eine Erneuerung der Kirche und mehr Mitsprache der Laien ein.

Präsident Glück hatte bereits vor seiner Wiederwahl im November 2013 angekündigt, nur noch für zwei statt der regulären vier Jahre zur Verfügung zu stehen. Der 75-Jährige CSU-Politiker hatte den Spitzenposten 2009 übernommen, als die katholische Kirche durch die Missbrauchsfälle eine schwere Vertrauenskrise erlebte. Als Präsident des Zentralkomitees warb Glück beharrlich für eine Erneuerung der Kirche, mehr Mitsprache der Laien und einen Dialog auf Augenhöhe zwischen Laien und Bischöfen. Neben dem Mediziner Eckhard Nagel vom evangelischen Kirchentag war er katholischer Präsident des Zweiten Ökumenischen Kirchentags 2010 in München. Die Katholikentage in Mannheim (2012) und Regensburg (2014) hat er ebenfalls maßgeblich geprägt.

Vor den den mehr als 200 Mitgliedern der Vollversammlung wird der scheidende Präsident zunächst seinen Bericht erstatten. Vor der Wahl werden sich die beiden Kandidaten vor dem Gremium vorstellen. Für die Wahl des Präsidenten ist die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen notwendig.

Weitere Beratungsthemen sind die Flüchtlingssituation, eine kulturpolitische Stellungnahme, sowie die kirchenpolitische Situation nach der Bischofssynode. Der Vollversammlung, die zweimal jährlich zusammentritt, gehören neben Vertretern katholischer Diözesanräte und Verbände auch Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft an, darunter mit Rainer Haseloff, Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU) und Wilfried Kretschmann (Grüne) drei Länderchefs.

ZdK

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist die zentrale Laienorganisation der katholischen Kirche in der Bundesrepublik. Das 1952 auf Beschluss der katholischen Deutschen Bischofskonferenz gegründete Zentralkomitee koordiniert die Arbeit der katholischen Verbände, Initiativen und Bewegungen, die sich an der Gestaltung der Gesellschaft und der Kirche beteiligen. Hervorgegangen ist die Laienorganisation aus dem "Katholischen Verein Deutschlands", der 1948 den ersten Katholikentag in Deutschland veranstaltete.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Zentralkomitees ist die Vorbereitung der Katholikentage. Es äußert sich regelmäßig zu aktuellen Themen wie Bioethik, Sterbehilfe oder wirtschaftsethischen Fragen. Das Zentralkomitee mit Sitz in Bonn gilt als der gesellschaftspolitische Arm des deutschen Katholizismus. An der Spitze der Organisation standen seit der Gründung jeweils Unionspolitiker.

Oberstes Leitungsgremium der Laienorganisation ist die Vollversammlung mit rund 230 Mitgliedern, die zweimal jährlich zusammentritt. Davon werden 97 von der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands bestimmt, 84 kommen aus den Diözesanräten, deren Mitglieder wiederum aus den örtlichen Dekanats- und Pfarrgemeinderäten sowie verschiedenen Initiativen der Bistümer stammen. 45 Mitglieder werden als Einzelpersönlichkeiten in die Vollversammlung hinzugewählt, darunter Politiker sowie Vertreter aus Kultur und Wissenschaft. Zwischen den Vollversammlungen tritt der Hauptausschuss zusammen, der 30 Mitglieder hat. Präsident des Zentralkomitees ist seit 2009 der CSU-Politiker Alois Glück.

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