Mit viel Vergnügen und noch mehr Liebe zum satirischen Detail erzählt das erfolgreiche Gespann des ersten Films, Thomas Kirdorf (Buch) und Hajo Gies (Regie), auch die zweite Geschichte. Da sich Pfarrer Steffensen fern der Heimat in Fischbach akklimatisiert hat, ist der Motor der Handlung nicht mehr das Aufeinanderprallen der Kulturen, sondern ein in der Dorfkirche ausgesetztes Baby. Während der Pfarrer den Instanzenweg gehen will, aktiviert der Wonneproppen in Sophie sämtliche Oma-Instinkte. Am liebsten würde sie den kleinen Emil gar nicht mehr hergeben; und wenn doch, dann allenfalls den Eltern. Da auch Steffensen den kleinen Racker rasch ins Herz schließt, macht sich das ungleiche Duo auf die Suche nach den Erzeugern. Die Identität der Mutter, bis vor kurzem Zimmermädchen in einem nahen Golfhotel, ist bald rausgefunden; und der Vater muss ein Mann aus Fischbach sein, was naturgemäß für allerlei Unruhe im Dorf sorgt. Außerdem landet das "Elternpaar" im Pfarrhaus auf diversen Titelseiten, was den Bischof im fernen München gar nicht erfreut; erst recht nicht, wenn er selbst erst drei Seiten weiter auftaucht.
Tilmann P. Gangloff setzt sich seit 40 Jahren als freiberuflicher Medienkritiker unter anderem für "epd medien" mit dem Fernsehen auseinander. Gangloff (geb. 1959) ist Diplom-Journalist, Rheinländer, Vater von drei erwachsenen Kindern und lebt am Bodensee. Er war über 30 Jahre lang Mitglied der Jury für den Grimme-Preis, ist ständiges Mitglied der Jury Kindermedien beim Robert-Geisendörfer-Preis, dem Medienpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und 2023 mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet worden.
Neben dem ungleichen Paar Fedder/May lebt die Komödie von den liebevoll gezeichneten Figuren, den sorgfältig besetzten Nebendarstellern und den vielen hübschen Einfällen. Außerdem macht Kirdorfs Satire vor niemandem halt. Den Klerus zieht er mit besonderer Vorliebe durch den Kakao. Lambert Hamel als Bischof, der nur mit Mühe die Contenance bewahrt, ist ein Genuss; herrlich, wie Hamel am Ende würdevoll auf einem Traktor thront, weil der bischöflichen Limousine auf dem Weg nach Fischbach der Sprit ausgegangen ist. Ähnlich sehenswert ist Johannes Silberschneider als Domkapitular, den es fast zerreißt, weil er einerseits Steffensens Freund ist, andererseits um die eigene Karriere bangt. Sehr schön sind auch die kommentierenden Zwischenschnitte auf das Baby oder drei winzige vorwitzige Kätzchen. Selbst ein eher schlichter Gag funktioniert dank Gies’ Routine: Wie durch Geisterhand wird im Pfarrhaus ein Porträt von Benedikt XVI. immer wieder in Schieflage befördert.


