Haushalt für 2016: Der EKD geht es finanziell gut

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Haushalt für 2016: Der EKD geht es finanziell gut
Die finanzielle Lage der evangelischen Kirche ist besser als erwartet. Im vergangenen Jahr seien die Kirchensteuereinnahmen erstmals auf über fünf Milliarden Euro gestiegen, sagte der Vorsitzende des Finanzbeirates der EKD, Ratsmitglied Klaus Winterhoff, bei der Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bremen.

Zwar sind die Mitgliederzahlen rückläufig, was sich negativ auf die Kirchensteuerreinnahmen auswirkt. Doch das werde derzeit von der günstigen wirtschaftlichen Situation "deutlich überkompensiert", sagte Winterhoff. Die Kirchensteuer ist an die Lohn- und Einkommenssteuer gekoppelt, also davon abhängig, ob die Kirchenmitglieder Arbeit haben.

In der evangelischen Kirche betrugen die Einnahmen aus der Kirchensteuer im vergangenen Jahr gut fünf Milliarden Euro. Gegenüber 2013 ist das ein Plus von 4,9 Prozent; vor zehn Jahren hatte die EKD noch rund zehn Milliarden Euro weniger Kirchensteuereinnahmen. Klaus Winterhoff wies vor der Synode allerdings darauf hin, dass die finanzielle Lage der EKD sich vermutlich wieder verschlechtern werde. "Die Zahl der Gemeindeglieder wird weiter sinken. Das wird nicht ohne Folgen für unsere künftige Finanzkraft bleiben", sagte der Jurist. Auch wisse die EKD nicht, wie sich die Wirtschaft in Deutschland entwickeln werde.

Bei der Einbringung des Haushalts 2016 sprach Winterhoff von künftigen Schwierigkeiten für die kirchliche Finanzpolitik. Für einige Landeskirchen sei die dauerhafte Sicherung der Versorgungslasten für die Bezüge von Ruheständlern noch eine große Aufgabe. "Wir wollen Kirche bauen, wir wollen helfen, sie zu gestalten. Darum müssen wir mit den finanziellen Mitteln, die uns anvertraut sind, verantwortlich umgehen", empfahl Klaus Winterhoff.

Der Haushalt der EKD für 2016, der sich hauptsächlich aus Umlagen der Landeskirchen speist, hat ein Volumen von 198,5 Millionen Euro. Mit 61,7 Millionen Euro seien die Mittel für die weltweite Ökumene, die Diakonie und die Arbeit des Evangelischen Entwicklungsdienstes "Brot für die Welt" der größte Einzelposten im EKD-Etat, sagte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses der Synode, Friedrich Vogelbusch. Das sei einer der Beiträge der EKD zur Bekämpfung von Fluchtursachen.

Für Leitung, Verwaltung und Versorgungsaufwendungen gibt die EKD nächstes Jahr 34,7 Millionen Euro aus, zu diesem Posten gehört auch die Finanzierung von Synodentagungen. Die zentralen Feiern des Reformationsjubiläums in Wittenberg unterstützt die EKD mit insgesamt 22 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre. Davon kommen 12 Millionen per Sonderumlage aus den Gliedkirchen und zehn Millionen von der EKD selbst.