Kampagne gegen Diskriminierung HIV-positiver Menschen gestartet

thinkstockphotos-119244824_i-201.jpg

Foto: Getty Images/iStockphoto/byryo

Kampagne gegen Diskriminierung HIV-positiver Menschen gestartet
Unter dem Motto "positiv zusammen leben" wirbt eine neue Kampagne für einen respektvollen Umgang mit HIV-positiven Menschen.

"Es ist höchste Zeit, dass Vorurteile und unbegründete Ängste der Vergangenheit angehören", erklärte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am Donnerstag zum Kampagnenauftakt in Berlin. Erfolgreiche Präventionsarbeit und hochwertige medizinische Behandlung hätten dazu geführt, dass Deutschland zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa gehöre. "Wir können aber noch besser werden im Zusammenleben mit HIV-positiven Menschen", mahnte Gröhe.

Die Aktion zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember wendet sich mit Plakaten, Anzeigen, Informationen und Videoclips gegen eine Ausgrenzung von Menschen mit HIV und Aids. An der Kampagne beteiligen sich auch die Deutsche Aids-Stiftung, die Deutsche Aids-Hilfe und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Ursachen für Diskriminierung sind häufig Unwissen und unbegründete Ängste vor Ansteckung", erklärte die Leiterin der Bundeszentrale in Köln, Heidrun Thaiss. "Da hilft nur: darüber reden und sich informieren."

Die Erfahrung von Ausgrenzung im Alltag und am Arbeitsplatz, im Freundeskreis oder bei Arztbesuchen führten bei vielen Betroffenen zum gesellschaftlichen Rückzug oder in die Isolation, berichtete Ulrich Heide, Vorstand der Deutschen Aids-Stiftung. Diskriminierung sei deshalb schädlich für die Gesundheit und die Prävention, "denn sie hält viele davon ab, sich testen und dann auch behandeln zu lassen", ergänzte Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe.



Die Plakate zeigen Fragen und Antworten zum Umgang mit HIV-positiven Menschen im Alltag wie etwa: "Was macht ihr, wenn euer Stürmer HIV hat? Hoffentlich viele Tore!" oder "Was, wenn die Erzieherin HIV hat? Hauptsache, sie hat starke Nerven!"

Der Welt-Aids-Tag wird seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangen. Regierungen, Organisationen und Vereine klären an diesem Tag über HIV und Aids auf und rufen zu Solidarität mit den infizierten Menschen auf.

Meldungen

Top Meldung
UEFA-Beschluss: Münchner EM-Stadion nicht in Regenbogen-Farben zur EM 2020
Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Volker Jung, hat Unverständnis für das Verbot des europäischen Fußballverbands Uefa zur Beleuchtung der Münchner Allianz Arena in Regenbogenfarben während des EM-Spiels zwischen Ungarn und Deutschland geäußert.