Roma-Gruppe kann vorerst im Hamburger Michel bleiben

Roma-Familien halten sich am 18.09.2015 in Hamburg in einer Kapelle der Hauptkirche St. Michaelis auf. Seit dem 17.09.2015 protestieren sie mit dieser Besetzung gegen ihre angekündigten Abschiebungen und fordern ein Bleiberecht.

Foto: dpa/Markus Scholz

Seit dem 17.09.2015 besetzen Roma-Familien die Hamburger Hauptkirche St. Michaelis und protestieren gegen ihre angekündigten Abschiebungen.

Roma-Gruppe kann vorerst im Hamburger Michel bleiben
Die Roma-Gruppe, die seit Donnerstag im Hamburger Michel gegen die drohende Abschiebung protestiert, wird vorerst in der Kirche und im Gemeindehaus bleiben.

Er habe den Roma den Aufenthalt bis auf weiteres zugesichert, sagte Hauptpastor Alexander Röder dem epd am Sonntag. Am Montag soll ein Gespräch zwischen Pröpstin Ulrike Murmann und der Hamburger Innenbehörde die Situation der 40 Menschen klären.

Roma-Vertreter spricht im Festgottesdienst im Hamburger Michel

Am Sonntag hatte ein Vertreter der Gruppe die Möglichkeit, in einem Festgottesdienst in der Hauptkirche sprechen. "Ich bitte Euch alle im Namen Gottes, uns zu helfen", sagte er. Er hatte während des Gottesdienstes drei Minuten Rederecht bekommen. Die Gruppe der rund 40 Roma, darunter 28 Kinder, protestiert seit Donnerstag gegen ihre drohende Abschiebung.

Der Festgottesdienst fand zum Abschluss des Besuchs aller 32 Partnerkirchen der evangelischen Nordkirche statt. Landesbischof Gerhard Ulrich sagte in seiner Predigt: "Ich fühle mit ihnen." Er forderte Behörden, Politiker und die Gesellschaft insgesamt zur Hilfe auf. "Die äußersten Wellen der globalen Migration, die uns erreichen, sind keine Episode", unterstrich der Landesbischof.

Zu der Partnerkirchen-Konsultation unter dem Motto "Gemeinsam den Weg der Gerechtigkeit gehen" waren 60 Delegierte aus den 32 weltweiten Partnerkirchen der Nordkirche für zehn Tage zusammengekommen. Zum Abschluss der Konsultation verabschiedeten die Delegierten eine Deklaration. Darin benannten sie den Einsatz für Flüchtlinge und den Kampf gegen Armut als vordringliche Aufgaben der Kirche.

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