Burgenblog-Projekt im Mittelrheintal vorzeitig beendet

Burgenbloggerin Jessica Schober im Hof von Burg Sooneck bei Bingen.

Foto: dpa/Rhein-Zeitung

Burgenbloggerin Jessica Schober im Hof von Burg Sooneck.

Burgenblog-Projekt im Mittelrheintal vorzeitig beendet
Das bundesweit beachtete Burgenblog-Projekt im Mittelrheintal ist zwei Monate früher als geplant beendet worden. Die rheinland-pfälzische Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), einer der Projektpartner, bestätigte am Donnerstag den Auszug der ersten Burgenbloggerin Jessica Schober aus ihrem Dienstsitz auf der Burg Sooneck bei Niederheimbach.

Eine Fortführung des Blogs durch einen anderen Journalisten, wie von manchen Lesern angeregt, sei bislang nicht geplant, sagte ein GDKE-Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd). Trotz des vorzeitigen Endes werde das Projekt als "absoluter Erfolg" gewertet und solle wie geplant im Sommerhalbjahr 2016 wiederholt werden.

Wer über Menschen berichten wolle, müsse unter ihnen leben und nicht "300 Höhenmeter über ihnen im Wald, in Abgeschiedenheit"

Die Burgenbloggerin sollte für die Dauer eines halben Jahres mit Landesmitteln finanziert, aber journalistisch unabhängig über den Alltag der Menschen im Mittelrheintal berichten. Das Tal zieht als Weltkulturerbe Besucher aus aller Welt an, leidet zugleich aber unter erheblichen Strukturproblemen. Die Idee war als Gemeinschaftsprojekt der GDKE, der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz und der Koblenzer "Rhein-Zeitung" gestartet. Die Journalistin Schober wurde unter mehr als 700 Bewerbern ausgewählt.

In ihrem letzten veröffentlichten Blog-Beitrag schrieb Schober, wer über Menschen berichten wolle, müsse unter ihnen leben und nicht "300 Höhenmeter über ihnen im Wald, in Abgeschiedenheit". Das Beobachten und Beobachtetwerden habe sie verändert: "In den letzten Wochen bin ich immer stummer geworden. Ich habe immer gesagt, ich mache euch hier nicht die Weinkönigin, nun bin ich es doch geworden, im lidfeuchten Sinn. Deshalb bleibe ich lieber bei meinen Prinzipien als beim Amt."

Meldungen

Top Meldung
Gebetskette als Fragezeichen
Kann die Frage nach der Konfessionszugehörigkeit bei einem kirchlichen Arbeitgeber schon zwingend ein Indiz für Diskriminierung sein? Das Arbeitsgericht Karlsruhe sagt: Ja, kann es. Und damit könnte dieses Urteil Folgen für das kirchliche Arbeitsrecht haben.