Stiftungen Bethel erwirtschaften fast sieben Millionen Euro

Stiftungen Bethel erwirtschaften fast sieben Millionen Euro
Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel haben im vergangenen Jahr ein Plus von 6,9 Millionen Euro erwirtschaftet.

Das sind 1,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, wie der Bethel-Vorstand am Mittwoch in Bielefeld mitteilte. Der Betrag soll vollständig in die diakonische Arbeit fließen. Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen zählen zu den größten diakonischen Werken Europas.

Die Gesamterträge erhöhten sich leicht auf 1,05 Milliarden Euro. Auch die Höhe der Spenden und Nachlässe stieg von 36,4 Millionen Euro im Vorjahr auf die Rekordhöhe von 44,26 Millionen Euro. Damit habe Bethel ein befriedigendes wirtschaftliches Ergebnis erreicht, erklärte Finanzvorstand Rainer Norden.

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Bethel in Corona-Krise
Die Corona-Krise trifft auch das große diakonische Unternehmen Bethel. Die Jahresbilanz für das vergangene Jahr sei solide, erklärte Bethel. Für das aktuelle Jahr werde jedoch mit Verlusten in Millionenhöhe gerechnet.

Die Ertragssteigerungen des diakonischen Unternehmens gehen laut Bethel-Vorstand unter anderem auf die Ausweitung Bethels mit neuen Einrichtungen und auf eine deutliche Zunahme von Fachleistungsstunden in der Betreuung zurück. Die größten Umsatzsteigerungen verzeichnete Bethel beim Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, der Psychiatrie sowie der Behinderten- und der Altenhilfe.

Von den Investitionen wurden knapp 20 Millionen Euro für die Weiterentwicklung des Evangelischen Krankenhauses investiert. Für das laufende Jahr sind dort Investitionen in Höhe von elf Millionen Euro geplant.

Als neues Projekt soll bis Ende des Jahres in Bad Neuenahr in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit einem katholischen Träger ein ökumenisches Hospiz entstehen. Das "Hospiz im Ahrtal" soll zehn Plätze bieten. Mit insgesamt rund 70 Plätzen in sieben Hospizen sei Bethel dann der größte evangelische Anbieter von Hospizplätzen. Bis zum Frühjahr 2016 wird zudem in Bielefeld ein neues diakonisches Bildungszentrum mit der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel und der Fachhochschule der Diakonie eingerichtet.

Medizinische Versorgung von Flüchtlingen

Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Pohl erklärte, dass Bethel die Regionalisierung der Arbeit im Sinne der Inklusion vorangetrieben habe. Dabei gehe es um wohnortnahe Unterstützung und Versorgung von Menschen mit Behinderungen im Stadtviertel. So wurden in den Ortschaften Bethels und Eckhardtsheim rund 1.300 stationäre Plätze abgebaut, und größtenteils in das Ruhrgebiet verlagert. Bethel sei inzwischen an fast 280 Standorten in acht Bundesländern vertreten.

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen engagiere sich Bethel in vielen Bereichen für die ankommenden Flüchtlinge, erklärte Bethel-Chef Pohl. So wird in Bethel-Krankenhäusern in Berlin und Bielefeld die medizinische Versorgung von Flüchtlingen übernommen. Viele Bethel-Einrichtungen kümmerten sich speziell um junge unbegleitete Flüchtlinge, hieß es.

Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Pohl erklärte, Bethel sei inzwischen an fast 280 Standorten in acht Bundesländern vertreten. Rund 230.000 Menschen hat das diakonische Werk nach Angaben des Vorstands im vergangenen Jahr behandelt, betreut oder ausgebildet. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 250 auf 17.533.