Hannoversche Landeskirche liegt mit mehr Austritten im Trend

Hannoversche Landeskirche liegt mit mehr Austritten im Trend
Aus der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers sind im vergangenen Jahr mehr Menschen ausgetreten als im Jahr zuvor.

2014 hätten knapp 30.000 Menschen der Landeskirche den Rücken gekehrt, das seien knapp 43 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte ein Sprecher am Dienstag in Hannover mit. Im Jahr 2013 verzeichnete die Landeskirche rund 21.000 Austritte. Die hannoversche Landeskirche ist mit rund 2,8 Millionen Christen die größte deutsche Landeskirche.

Mit dem zunehmenden Verlust von Mitgliedern liegt die hannoversche Landeskirche im bundesweiten Trend der beiden großen Kirchen. Vor knapp vier Wochen hatte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) von einem steigenden Mitgliederschwund gesprochen: Von 2013 auf 2014 stieg er um rund ein Drittel von 320.000 auf 410.000. Austrittszahlen hatte die EKD nicht veröffentlicht. Die katholische Kirche hat nach eigenen Angaben im Jahr 2014 rund 230.000 Gläubige verloren, 218.000 waren ausgetreten.



In Hannover sei auch die Zahl der Eintritte zurückgegangen, sagte der Sprecher. Im Jahr 2014 hätten sich rund 3.600 Menschen für die evangelische Kirche entschieden, 2013 seien es rund 500 mehr gewesen. Auch die Taufen sind mit rund 22.100 im Vergleich zu 2013 um 800 zurückgegangen.

In den vergangenen Wochen hatten auch die anderen evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen einen größeren Mitgliederschwund und steigende Austrittszahlen gemeldet. So hatten zum Beispiel in Bremen rund 3.200 Menschen ihre Kirche verlassen, Ende 2014 hatte die Bremische Evangelische Kirche noch rund 209.000 Mitglieder, im Jahr 2013 waren es rund 214.000 gewesen.

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