Bosnische Frauen leiden unter Folgen von Vergewaltigungen

Bosnische Frauen leiden unter Folgen von Vergewaltigungen
Auch 20 Jahre nach dem Krieg in Bosnien leiden nach den Worten der Frauenrechtlerin Monika Hauser bosnische Frauen noch unter den systematischen Vergewaltigungen von damals.

Die langfristigen seelischen und körperlichen Folgen würden durch das bosnische Gesundheitssystem nicht aufgefangen, kritisierte die Gründerin der Frauenrechtsorganisation "Medica Mondiale" am Samstag im WDR-Radio. "Das Personal ist nicht richtig ausgebildet und die Frauen werden oft erneut verletzt."

Im bosnischen Srebrenica wurde am Samstag an das Massaker von 1995 erinnert, das als Völkermord an bosnischen Muslimen verurteilt wird. Zehntausende Menschen gedachten am 20. Jahrestag des Kriegsverbrechens der mehr als 8.000 bosnischen Männer und Jungen, die von Truppen der bosnischen Serben getötet worden waren.

Auch Vergewaltigungen wurden systematisch als Waffe eingesetzt. Schätzungen zufolge wurden während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 zwischen 20.000 und 50.000 Frauen und Mädchen vergewaltigt. Eine Umfrage von "Medica Mondiale" unter 51 Opfern ergab, dass 93 Prozent der Frauen auch heute noch gynäkologische Probleme haben. Drei Viertel leiden unter Schlafstörungen, 57 Prozent unter Posttraumatischen Belastungsstörungen. Von der Gesellschaft würden die Frauen oft ausgegrenzt und von ihren Kindern abgelehnt, hieß es.

Hauser forderte eine konsequente Strafverfolgung der Täter. "Es ist ein großes Problem, dass wir eine fast vollständige Straflosigkeit haben", sagte die "Medica Mondiale"-Gründerin. "Das verstärkt und verlängert natürlich die Traumata der Frauen." Die Einführung eines Status als "zivile Kriegsopfer" für vergewaltigte Frauen in Bosnien-Herzegowina sei zwar ein wichtiger Fortschritt gewesen, sagte Hauser. Die Opfer hätten dadurch Anspruch auf eine Pension von 250 Euro sowie medizinische und psychologische Hilfe. Aber der Staat setze die Regelung nicht konsequent um. "Die Frauen werden sehr oft weiter gedemütigt, wenn sie diesen Status beantragen", beklagte Hauser.
 

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