Gauck würdigt Schicksal von Flüchtlingen und Vertriebenen

Gauck würdigt Schicksal von Flüchtlingen und Vertriebenen
Bundespräsident Joachim Gauck hat mehr Verständnis für das Schicksal von Flüchtlingen und Vertriebenen angemahnt.

Er wünsche sich, dass die Erinnerung an Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg das Verständnis für geflüchtete und vertriebene Menschen heute vertiefen könne, sagte Gauck laut Redemanuskript am Samstag in Berlin. Zudem könnte die Auseinandersetzung mit den Entwurzelten von heute die Empathie mit den Entwurzelten von damals fördern. Der Bundespräsident hielt die Hauptrede bei einer Gedenkfeier für die Opfer von Flucht und Vertreibung im Deutschen Historischen Museum. Die Bundesregierung begeht diesen Gedenktag zum ersten Mal.

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen in der EU forderte Gauck erneut mehr Unterstützung aus den Ländern. Es sei eine moralische Pflicht aller Staaten Europas, Flüchtlinge vor dem Tod im Mittelmeer zu retten, sagte der Bundespräsident. "Wir würden unsere Selbstachtung verlieren, wenn wir Menschen, die vor den Toren unseres Kontinents auf dem Wasser treiben, sich selbst überließen." Zudem sollte es eine selbstverständliche moralische Pflicht aller Staaten Europas bleiben, Menschen eine sichere Zuflucht zu gewähren. Ein derartiger Schutz sei nicht verhandelbar.

Neben Gauck sollten der Präsident des Bundes der Vertriebenen, Bernd Fabritius, eine Vertriebene aus dem Sudetenland sowie ein Flüchtling aus Nordafrika sprechen. Die Bundesregierung hatte vor rund einem Jahr beschlossen, künftig mit dem Gedenktag an den Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen anzuschließen und das Flüchtlingsgedenken um das Schicksal der Vertriebenen zu erweitern.