Hessische Kirchen gegen gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier

Friedhof für Mensch und Tier

Foto: dpa/Thomas Frey

Ein Mustergrabstein mit einer stilisierten Hand und einer Pfote ist in Braubach-Dachsenhausen (Rheinland-Pfalz) auf dem ersten Friedhof, auf dem Mensch und Tier gemeinsam bestattet werden können, zu sehen.

Hessische Kirchen gegen gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier
Die beiden evangelischen Landeskirchen in Hessen lehnen kirchliche Bestattungen von Menschen und Tieren in gemeinsamen Gräbern ab.

"Das wären für mich Grenzüberschreitungen", sagte der Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Rahn, am Mittwoch in Darmstadt. Bei einer Ausweitung der kirchlichen Bestattung auf Tiere "würde der Unterschied zwischen Mensch und Tier zum Nachteil der ohnehin durch die Ökonomisierung unserer Bestattungskultur gefährdeten Menschenwürde verwischt", sagte Lutz Friedrichs von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Kassel.

Bei der Trauerfeier drohten "tiefgreifende theologische Probleme", sagte Rahn. Denn die Beisetzung sei ein religiöser Akt, der eng mit der Taufe am Anfang des Lebens verbunden sei. Beides seien Übergangsriten, die aus christlicher Sicht mit der Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott verknüpft werden. Bei der christlichen Feier würde sich dann unweigerlich die Frage stellen, ob das Tier auch einen Glauben hat. "Das möchte ich bei aller Wert- und Hochschätzung für die Tiere dann doch bezweifeln", ergänzte Rahn.

Unterscheidung zwischen Würde und Seele

Ohne Zweifel hätten Tiere in christlicher Sicht einen besonderen Wert, den es mehr denn je zu achten gelte, sagte Friedrichs. Nachvollziehbar sei auch das Empfinden, sie hätten eine Seele. Davon aber sei die Würde des Menschen zu unterscheiden. Sie komme in der christlichen Bestattung insofern zum Ausdruck, als die Toten nicht einfach "Tote" seien, sondern "Tote in Christus".

Die christliche Hoffnung über den Tod hinaus wurzele in der Person und dem Geschick Jesu und meine nicht nur die Fortdauer einer Seele, sondern die Verwandlung des ganzen Menschen zu einem neuen Leben, sagte Friedrichs. Es sei aber selbstverständlich möglich, Menschen bei der Trauer um ein geliebtes Haustier seelsorglich zu begleiten und dafür angemessene Formen zu finden.

Am Dienstag hatte das Familienunternehmen "Deutsche Friedhofsgesellschaft" in Braubach bei Koblenz einen Friedhof eröffnet, auf dem Mensch und Tier in einem gemeinsamen Urnengrab bestattet werden können. Am Mittwoch öffnete das Unternehmen einen solchen Friedhof in Essen. Weitere Standorte sind in Planung.

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