Minister Müller fordert verbindliche Zusagen im Kampf gegen Hunger

Hungersnot in Afrika

Foto: dpa/Dai Kurokawa

Minister Müller fordert verbindliche Zusagen im Kampf gegen Hunger
Wenige Tage vor dem G-7-Gipfel hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) an die Industriestaaten appelliert, sich auf verbindliche Zusagen im Kampf gegen den Hunger auf der Welt zu verständigen.

"Unser Ziel muss eine Welt ohne Hunger bis 2030 sein. Was wir brauchen, ist ein neues globales Verantwortungsbewusstsein", sagte Müller dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin. Wenn 20 Prozent der Menschheit 80 Prozent der Ressourcen des Planeten verbrauchen, werde klar, dass man neu verteilen müsse.

Noch würden die G-7-Staaten hart um Details ringen, sagte der Entwicklungsminister. "Niemand müsste hungern, wenn wir unseren Reichtum gerecht verteilen würden", sagte Müller. "Der Planet bietet Lebensmöglichkeiten nicht nur für sieben sondern für zehn Milliarden Menschen." Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen zufolge hungern rund 800 Millionen Menschen weltweit.

Mehr zu Ernährung
 Brot mit Aufschrift "5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt"
In der kommenden Woche backen Konfirmand:innen aus ganz Deutschland Brote für die Spendenaktion "5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt".
Apfel mit kleiner brauner Stelle
Seit Jahren wirbt Bund für einen sorgsameren Umgang mit Lebensmitteln. Am Dienstag besuchte die zuständige Ministerin eine Betriebskantine der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die Kantine hat ihren Lebensmittelabfall um zwei Drittel reduziert.


"Wenn wir es nicht schaffen, die Welternährung in einer neuen globalen Partnerschaft zu vereinbaren, dann werden diese Probleme auch in Europa ankommen", sagte Müller. Hunger würde die Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. "Wir können uns aus diesen Problemen nicht mehr ausklinken", sagte Müller.

Details zu einer Hungerinitiative der G-7-Staaten, die am Wochenende in Elmau beschlossen werden könnte, wurden bisher nicht bekannt. Hilfsorganisationen zufolge könnten mit der Initiative bis zu 500 Millionen Menschen vor dem Hungertod bewahrt werden. "Die G-7 müssen die Avantgarde sein", sagte Müller. Sie müssten mit ehrgeizigen Zielen vorausgehen im Kampf gegen den Hunger auf der Welt, beim Klimaschutz und für mehr fairen Handel. Nicht Profitmaximierung dürfe im Vordergrund stehen, sondern eine nachhaltige Wirtschaft mit ökologischen und sozialen Standards.